Letzte Woche beschloss der Nationalrat, auf die Managed-Care-Vorlage einzutreten, und er verabschiedete sie als Durchbruch für die Kostensteuerung im Gesundheitswesen. Jetzt zeigt eine BürgerInnen-Befragung, was davon angekommen ist, und wo nicht Handlungsbedarf besteht.
Diese Woche präsentierten wir den 14. Gesundheitsmonitor, der längsten bürgerbezogenen, einheitlichen Befragungsreihe in Gesundheitsfragen in Europa. Damit verfügt die Schweiz über eine Instrument der politischen Steuerung, dass sich nicht nur auf Auskünfte von Aerzten oder PatientInnen bezieht, sondern, wie es sich für eine direkte Demokratie gehört, von (versicherten) BürgerInnen ausgeht.
Drei Thesen lassen sich darauf aufbauend zur Managed-Care-Problematik entwickeln, welche die Politik auf ihrem Weg beherzigen sollte:
Erstens, im engeren Sinne in Managed-Care-Modelle einbezogen sind etwa 10 Prozent der Stimmberechtigten. Etwa doppelt so viele können sich vorstellen, miteinbezogen zu werden. Das ist eine Minderheit. Eine Mehrheit fühlt sich bisher nicht angesprochen, und wird staunen, wenn dereinst zwangsweise miteinbezogen werden sollte. Hier besteht eine erhebliche Kommunikationslücke. Angefangen beim Begriff, der weder auf englisch noch auf deutsch (”Integrierte Versorgung”) glücklich ist, und wohl besser als “Gesundheitsnetze” daher kommen würde.
Zweitens, sachlich gesehen ist der Zugang zu solchen Gesundheitsnetzen massgeblich. Den heutigen Standard regelt der Hausarzt oder die Hausäaerztin. Das muss erhalten bleiben und er darf nicht mehr kosten. Bestrafungssystem machen hier keinen Sinn. Sie werden nicht akzeptiert, allenfalls mit der Faust im Sack.Belohnungssystem werden nicht nur von der Oekonomie empfohlen, sie werden auch von den BürgerInnen unterstützt. Eine politische Kehrtwende ist hier noch möglich.
Drittens, letztlich hat das alles einen Hintergrund. Die meisten BürgerInnen empfinden die bisherige Gesundheitsdiskussion als Belastung. Vor allem für sie selber. Es wurde mehr Eigenverantwortung von ihnen verlangt, und ihre Kostenbeteiligung ist erhöht worden. Doch jetzt ist genug damit. Gerade nach dem letzten Sommer ist die Politik gefordert, nun auch die Leistungserbringer miteinzubeziehen, damit Kosten kontrolliert werden. Wenn Managed Care dazu etwas beiträgt – und das ist die ursprüngliche Idee des Konzept – ergibt sich auch eine gute Begründung für die wichtige gesundheitspolitische Neuerung.
Aus unserer Sicht gibt es da nur eine Schlussfolgerung: Wer Managed-Care zum Durchbruch verhelfen will, der muss bis zu einer politischen Entscheidung einen Begriff und eine Sache popularisieren.
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