Archive for März, 2008

Mit Greenpeace International auf dem “Rütli”

Direkte Demokratie fasziniert, und sie wirft Fragen auf: Immer mehr Gruppen aus dem Ausland, die sich für Volksrechte und ihre Möglichkeiten interessieren, besuchen die Schweiz, um sich vor Ort zu informieren.

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Quelle

Diese Woche ist auch eine weltweit zusammengestellte Delegation von Greenpeace International in der Schweiz, um sich unter sich und mit zahlreichen ExpertInnen über Möglichkeiten und Grenzen der direkten Demokratie in Umweltfragen zu unterhalten.

Claude Longchamp, Institutsleiter, und Bianca Rousselot, vormals Projektleiterin am gfs.bern, jetzt Assistentin bei Prof. Adrian Vatter an der Universität Zürich, gestalten einen Tag dieser Weiterbildung für die UmweltaktivistInnen. Sie bringen die politikwissenschaftlichen Erkenntnisse ein; behandelt werden …

… die polity der Schweiz, das heisst die kulturellen und strukturellen Voraussetzung von Demokratie;

… die politics in der Schweiz, das heisst die Prozesse, welche die direkte Demokratie für Bewegungen eröffnet;

… die policy der Schweiz in Umweltfragen, soweit sie durch die direkte Demorkatie beeinflusst wird oder wurde.

Die Besonderheit des Kurstages: Auf speziellen Wunsch von Greenpeace Schweiz, hin findet er auf einem Schiff statt, das auf Tour über den Vierwaldstättersee ist. Bei den gelegentlichen Ausflügen an Land werden alle TeilnehmerInnen auch die berühmte “Rütli”-Wiese besuchen.

Gelegenheit genug, auch über die verschiedenen Demokratieverständnisse zwischen Tradition und Revolution, die in der Schweiz zum einmalig ausgebauten System der direkten Demokratie geführt haben, nachzudenken.

Eine Zusammenfassung der schriftlichen Kursunterlagen findet sich hier.

3.2 Millionen mal Danke für Ihre Mitarbeit bei der Umfrage – Branchenstatistik 2007

3.2 Millionen Personen wurden in der Schweiz von der Markt- und Sozialforschungsbranche 2007 befragt. 340′000 mehr als im Vorjahr. Die Markt- und Sozialforschungsbranche ist nicht nur für die Mitarbeit dieser Personen dankbar, sondern auch unbedingt davon abhängig.

Unter Berücksichtigung von Strukturänderungen beim Marktführer ist der Umsatz der Markt- und Sozialforschungsinstitut gemäss Schätzung des Geschäftsführers des Verbands effektiv um 1-2% gestiegen. Die telefonischen Umfragen (CATI) sind leicht rückläufig, während wieder mehr Face-to-Face-Befragungen aber auch Online-Befragungen durchgeführt werden.

gfs.bern ist gemessen am Umsatz Nummer 9 unter den Instituten, welche den Umsatz publizieren. Mit 3′050′000 CHF ist gfs.bern ein grosses Institut unter den kleinen und nicht weniger als 27mal kleiner als der Branchenführer, welcher dank einer Übernahme nochmals stark gewachsen ist. Weiterhin wird mit Marktforschung deutlich mehr Umsatz generiert als mit den Schwerpunkten von gfs.bern: Der Politik-, Kommunikations- und Sozialforschung.

Trotzdem profitieren wir von unserer klaren Marktpositionierung. Mit einem Umsatzwachstum von 8.9% liegen wir an dritter Stelle der publizierenden Institute und klar über dem Marktwachstum. Und wir erreichen das Marktwachstum aus eigener Kraft. Dabei sind wir längst nicht nur auf die öffentlich bekannte und wegen des Wahlbarometers für die SRG 2007 auch besonders stark diskutierte Politikforschung beschränkt.

Im Bereich der Kommunikationsforschung kann sich gfs.bern immer stärker platzieren. Kenntnisse um die Wirkung von Kommunikationsaktivitäten werden von unserer Kundschaft gewünscht.

Kommunikationsverantwortliche aus Unternehmen, NGOs, Verbänden und Behörden gehören zu unseren Auftraggebern. Da wir auch viel von unserer Kundschaft lernen, verbinden wir heute unser Wissen über die verschiedenen Organisationstypen, Bedürfnisse und Anforderungen im Bereich des Kommunikations-Controllings. Wir wissen viel über Kommunikation und wie sie mit verschiedenen Methoden gemessen werden kann. So verbinden wir qualitative Grundlagenprojekte mit quantitativen Image-Untersuchungen aber auch mit Medienanalysen zu einer sinnvollen objektiven Grundlage für Entscheidungen der Kommunikationsführung und dies in allen Phasen des Kommunikationsmanagements.

Wir gehen davon aus, mit diesem Wissen auch weiterhin wachsen zu können und sind trotz einem schwierigen Marktumfelds optimistisch.

Wir danken unserer Kundschaft, allen Befragten und allen Beteiligten für das erfolgreiche 2007.

Die SVP gewinnt kantonale Wahlen – nicht aber wegen der Abwahl von Chrstioph Blocher

These und Gegenthese

Unbestritten ist, dass die SVP die beiden jüngsten kantonalen Wahlen gewinnen hat. Sie ist zur stärksten Partei im Kanton St. Gallen aufgerückt; und sie hat ihre Leadposition im Kanton Schwyz gefestigt. Umstritten ist allerdings, weshalb die SVP Wahlsiegerin wurde. In der medial gängigen Leseweise hat sie die Wahlen gewonnen, weil Christoph Blocher aus dem Bundesrat abgewählt worden ist.

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Keine Beleg für eine Wachstum der SVP-Wählerschaft seit den letzten National- resp. Bundesratswahlen: Die Vergleiche der WählerInnen-Anteile 2007 und 2008 in den Kantonen St. Gallen und Schwyz.

Ich halte mal dagegen!

1. Im Vergleich zu den Nationalratswahlen 2007, der letzten Wahl vor der Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher, hat die SVP an WählerInnen-Anteilen sowohl in Schwyz wie in St. Gallen verloren.
2. Im gleichen Vergleich haben die CVP und die FDP in beiden Kantonen zulegt, und hat die SP in einem Fall an Wählerstärke verloren.
3. In St. Gallen, wo die Wahlbeteiligung bekannt ist, ist sie aktuell geringer als bei der Nationalratswahl 2007.

Das mediale Analysekonstrukt und seine empirische Evidenz
Richtig ist, dass die Mobilisierung im eidgenössischen Wahlherbst höher war als bei den kantonalen Wahlen. Damit haben die Wahlen als solche und die meisten Parteien bei den jüngsten kantonalen Wahlgängen absolut weniger WählerInnen angesprochen. Bei der SVP gilt dies nicht nur absolut, sondern auch relativ. Ihre Anteile unter den jeweils Wählenden sind zwischen 5 und 8 Prozent zurückgegangen. Das verringert die Zahl der Wählenden, die diesmal SVP gewählt haben nochmals. Um nicht missverstanden zu werden: Die Partei hat gegenüber den letzten kantonalen Wahlen zugelegt. Sie tat dies in St. Gallen bei einer vergleichbaren Wahlbeteiligung.

Richtig ist damit auch, dass die Partei in beiden genannten Kantonen seit ihrem Auftreten resp. Aufschwung in den 90er Jahren an WählerInnen-Stärke zugelegt hat. Dieser Trend hält bestätigte sich am vergangenen Wochenende parallel zum nationalen Trend zum wiederholten Mal. Der Anstieg der SVP in den beiden ehemaligen CVP-Hochburgen ist damit ein Phänomen der letzte 12 Jahre. Er ist keineswegs das Produkt der letzten Monate.

Die nüchterne Wahlanalyse aufgrund der ersten Angaben zur Beteilgung und Wählerstärken

Die vorläufig einzig zulässige Deutung der gegenwärtig vorliegenden Daten zu den WählerInnen-Stärkn der Parteien in St. Gallen und Schwyz lautet: Die Mobilisierung durch die letzten kantonalen Wahlen war geringer als durch jene bei den eidgenössischen Parlamentswahlen. Die geringere Aufmerksamkeit, die verminderte mediale Berichterstattung und die sicherlich weniger intensive Form der Wahlkampagnen machen diese Feststellung plausibel. Es sind aber nicht alle Parteien nicht im gleichen Masse von dieser veränderten Mobilisierung betroffen. Nutzniesserinnen der verringerten generellen Mobilisierung waren die CVP und die FDP, die ihre WählerInnen-Anteile steigern konnten. Das hat mit der geringeren Polarisierung jetzt als vor einigen Monaten zu tun. Und das hat hat mit der höheren Bedeutung für die Parteiidentifikation der lokalen Politgrössen gegenüber den nationalen Aushängeschildern zu tun.

Die SVP profitierte(e) davon, dass die Wahlen zu einem vermeintlichen Entscheid für oder gegen Christoph Blocher gemacht wurden/werden. Das war bei den Nationalratswahlen 2007 evidentermassen der Fall. Dieser Effekt spielte im Vorfeld der kantonalen Wahlen nicht mehr. Er hat die generelle Beteiligung wieder auf das kantonale Normalmass zurückgehen lassen, und er hat auch die Wähleranteile insbesondere der SVP verringert.

Mein vorläufiger Schluss

Bei den jüngsten kantonalen Wahlen hat die SVP gegenüber den Wahlen von 2004 zugelegt. Sie ist oder wurde die stärkste kantonale Partei. Sie legte, wie schon in den früheren Wahlen in St. Gallen und Schwyz gegenüber der kantonalen Vorwahl zu. Das hat mit ihrer jungen Entstehungsgeschichte als Sammelbecken der nationalkonservativen Unzufriedenheit zu tun. Diese Aufgabe löst die Partei unverändert in vorbildlicher Form.

Sie verbesserte sich jedoch gegenüber 2007 nicht weiter, als sie aufgrund der zugespitzten Situation im Wahlkampf gerade ideal mobiliserte. Und es gibt keinen Beleg, dass die SVP kurzfristig einen Aufschwung erhielt. Interessant ist, dass die vorherrschende mediale Deutung zu einem Zeitpunkt entstand, bevor die relevanten datenmässigen Entscheidgrundlagen auch nur ansatzweise vorlagen.