Archive for März, 2007

Wie misst man Antisemitismus in der Schweiz?

Was bisher geschah

In den letzten 10 Jahren sind mindestens drei Studien zum Thema Antisemitismus in der Schweiz veröffentlicht worden. Eine erste Studie aus dem Jahr 1998, die von Konso im Auftrag der SRG durchgeführt wurde, geht von 7% Antisemiten in der Schweiz aus. Eine erste grössere Studie von gfs.bern aus dem Jahr 2000 fand bei 16% der befragten Stimmberechtigten eine weitgehende Übereinstimmung mit antisemitischen Äusserungen und die kürzlich von Sandro Cattacin et al. (2006) durchgeführte Nationalfondsstudie zum religiösen Fundamentalismus in der Schweiz kommt zum Schluss, dass Antisemitismus als misanthrope Einstellung (zusammen mit sexistischen und homophoben Haltungen) rund 22% der Bevölkerung betreffe.

Auf den ersten Blick könnte man also meinen, das Antisemitismus-Potenzial in der Schweiz habe sich über die letzten 10 Jahre ca. verdreifacht. Vor solchen Schlussfolgerungen möchten wir aber warnen. Da sich alle drei Befragungen in ihrer Datengrundlage wie auch in ihren Fragestellungen unterscheiden, ist es nicht zulässig, die drei Versuche der Bestimmung von Antisemitismus-Potenzialen direkt zu vergleichen. Eine allgemein anerkannte Antisemitismus-Studie fehlt bislang für die Schweiz. Eines ist den drei bisherigen Studien aber gemeinsam: Sie messen Antisemitismus einzig über einige wenige Meinungen zu Juden (siehe Tabelle).

Tabelle1

Was neu ist

Mit unserer breit angelegten Studie über “antijüdische und antiisraelische Einstellungen in der Schweiz” wagten wir uns also auf methodisches Neuland vor. Antisemitismus definierten wir dabei in Anlehnung an die in den Sozialwissenschaften wohl akzeptierteste Definition von Helen Fein als “eine anhaltende latente Struktur feindseliger Einstellungen gegenüber Juden als Kollektiv, die sich bei Individuen als Haltung, in der Kultur als Mythos, Ideologie, Folklore sowie Einbildung und in Handlungen manifestieren (…), die dazu führen und/oder darauf abzielen, Juden als Juden zu entfernen, zu verdrängen oder zu zerstören”. Erst wenn antijüdische Einstellungen also systematisch und wiederholt geteilt werden, ist der Tatbestand des Antisemitismus laut dieser Definition erfüllt. In der Sozialpsychologie wird unter Einstellungen ein Konstrukt verstanden, das die Komponenten Gefühle (emotional), Glauben (kognitiv) und Meinungen (konativ) beinhaltet. Antisemitische Einstellungen können demnach nicht nur über Meinungen gegenüber Juden gemessen werden, sondern müssen auch die Meinungen und Stereotype der Bevölkerung über Juden und Jüdinnen berücksichtigen. Dem haben wir mit unserer aktuellen Studie Rechnung getragen. Die Zuteilung einer Person zum Antisemitismus-Potenzial wurde nur dann vorgenommen, wenn diese sowohl verstärkt negative Gefühle gegenüber Juden äussert, als auch negativen Stereotypisierungen und negativen Meinungen über Juden überdurchschnittlich stark zustimmt.

Was wir jetzt wissen

Eines wissen wir nun mit Sicherheit: Eine reine schwarz-weiss Malerei im Sinne von antisemitisch vs. nicht antisemitisch verkennt die Vielschichtigkeit des Phänomens. Wir konnten nämlich zeigen, dass es in der Schweiz drei qualitativ unterschiedliche, problematische Stufen von antijüdischen Einstellungen gibt.

Tabelle2

10% der EinwohnerInnen erfüllen alle Bedingungen auf allen Stufen. Sie können gemäss unserer Definition als die eigentlichen Antisemiten klassiert werden.

Der ausführliche Bericht zur Studie findet sich unter www.gfsbern.ch/antisemitismus.

Zum Schluss hier noch einige Reaktionen auf unsere Studie:

“Das erste Mal sind signifikante und differenzierte Aussagen möglich. Speziell – auch wissenschaftlich-methodologisch – spannend finde ich die Differenzierung und gleichzeitige Verknüpfung der drei Kategorien kognitiv, konativ (bewertend) und emotional. (…) Wünschenswert sind analoge Studien zu den verschiedenen Ablehnungshaltungen gegenüber den Muslimen und den Fahrenden.”
Prof. Dr. Georg Kreis, Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus

“Dies ist eine der sorgfältigsten Studien, die ich überhaupt zu diesem Themenkomplex kenne. (…) Ich habe selten gesehen, dass ein Institut und eine Konzeptgruppe sich so viel Mühe bei der Ausarbeitung und Analyse einer Studie gemacht haben.”
Prof. Dr. Werner Bergmann, Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin

“Ich finde, es ist eine ausgezeichnete Studie. Die Analyse wurde sehr breit angelegt, sodass die verschiedenen Aspekte des Antisemitismus zum Ausdruck kommen.”
Alfred Donath, Präsident des Schweizerisch Israelitischen Gemeindebundes (SIG)

Befragungen zeigen Meinungen so wie sie sind

Der Kanton Aargau betreibt Gemeindereform. Unter dem Titel GeRAG setzen sich Kanton und Gemeinden mit der Bedeutung und Zukunft der eigenen Gemeindelandschaft auseinander und bereiten die Arbeitsteilung zwischen Kanton und Gemeinden für die Zukunft vor. Dabei hat der Kanton Aargau einen grossen Massnahmenkatalog entwickelt, welchen ich hier nicht replizieren will(für Interessierte: http://www.ag.ch/gemeindeabteilung/de/pub/projekte/gerag.php).

 

Besonders interessant ist dabei die angedachte Massnahme, im Kanton Aargau aus den Agglomerationen Baden und Aarau zwei mittelgrosse Zentren zu bilden. In einer Befindlichkeitsstudie zum Projekt GeRAG, in welcher wir rund 1000 Aargauer Stimmberechtigten zu ihrer Befindlichkeit und ihren eigenen Vorstellungen zu Gemeindereformen befragt haben, stellten wir fest, dass in der Aargauer Stimmberechtigtenschaft durchaus mehrheitliche Bereitschaft für Reformen vorhanden ist, so lange sie nicht als Ziel eine Zentrumsbildung haben. Gerade bei Letzterem findet sich in der Aargauer Stimmberechtigtenschaft mehrheitlicher Widerstand.

 

 

Es steht mir keineswegs zu, auf dieser Basis dem Kanton Aargau in irgendeiner Form Ratschläge zu erteilen, ob eine Massnahme “Zentrumsbildung” sinnvoll ist oder nicht. Mir fehlt schlicht auch die Expertise, dies auf einer gesicherten Basis zu tun. Vielmehr bietet sich diese Diskrepanz zwischen behördlichem Vorgehen und Einstellung in der Stimmberechtigten geradezu an, auf eine wichtige Gegebenheit von Umfragen generell aufmerksam zu machen: Jede Meinung (und das gilt auch für Meinungen in Umfragen) ist nur so gut, wie die der Meinungsbildung zugrundeliegende Information. Oder auf unseren besagten Fall gemünzt. Die Aargauer Stimmberechtigten misstrauen Zentrumsbildung (die Meinung), weil es bisher (die zugrundeliegende Information) auch ohne ging. Ein solcher Entscheid aufgrund bisheriger Erfahrungen ist dabei keineswegs schlecht oder falsch, wir alle entscheiden täglich unzählige Male auf genau dieser Basis. Ein solcher Entscheid ist aber dann unvollständig, wenn die bisherigen Erfahrungen zukünftige Ereignisse nicht mehr genügend erklären. Wenn sich also in Zukunft beispielsweise die wirtschaftliche Situation im Kanton Aargau verschlechtern würde, weil man ohne Zentren dem Konkurrenzdruck aus den umliegenden Wirtschaftspolen nicht mehr Stand halten kann, dann wäre ein Widerstand gegen Zentrumsbildung vermutlich falsch, und würde von den gleichen Befragten (mit einer solchen hypothetischen Erfahrung als Entscheidhilfe im Hinterkopf) vermutlich nicht mehr gleichermassen getroffen.

 

Damit wird auch klar, was sich in einer Umfrage messen lässt: Wir zeigen nicht auf, welche Reform für den Kanton Aargau die beste wäre, sondern welche Reform aufgrund von individuellen Erfahrungen aller Stimmberechtigten zum jetzigen Zeitpunkt welche Zustimmung geniesst. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Vom seltenen, aber auch schrägen Vogel, der im Hotel Bellevue Palace an die Wand gestellt wurde…

Diese Woche feiern nicht nur die Vox-Analysen ihren Geburtstag. Auch ein anderes Urgestein, um nicht zu sagen Urvogel der schweizerischen Polit-Szene hat ein Jubiläum zu begehen: Claude Longchamp wird 50!


Seid vorsichtig, und nicht zu laut, aber kommt: Ich feiere Jubiläuen zuhauf!

Um gleich zwei Vögel mit einer Klappe zu schlagen, lud das gfs.bern am vergangenen Dienstag zur Jubiläumstagung “30 Jahre Vox-Analysen” und gleichzeitig zum Geburtstagsapéro für Claude Longchamp ins Hotel Bellevue Palace in Bern ein. Diese Verknüpfung war jedoch natürlich kein reines datumsbedingtes Zufallsprodukt, sondern eine wunderbare Gelegenheit, mit Partnern, Kunden, Freunden und Interessierten zu feiern – umso mehr, als doch das eine – die Vox – ohne das andere – den Longchamp – kaum mehr denkbar ist.

Während der Tagung konnte man so in Referaten von Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz, den PolitologInnen Thanh-Huyen Ballmer-Cao, Daniel Kübler, Hans Hirter und Thomas Milic sowie während der von Ruedi Matter, Chefredaktor Radio DRS, moderierten Podiumsdiskussion mit Nationalrätin Pascale Bruderer, Urs Rellstab von economiesuisse, Medienprofessor Roger Blum und Reto Hadorn vom SIDOS viel Neues, Spannendes, Nachdenkliches und auch Kritisches über die Vox hören.

Während des Apéros war das Studienobjekt dann natürlich ein etwas anderes: “der Mann mit dem bunten Kehlkopfgefieder” oder schlicht Claude Longchamp, heimlicher Baron von Tscherlitz. Ausnahmsweise fiel so aber selbstverständlich die Aufgabe der Historiographie und der Trendstudie nicht an den Politologen und Historiker selber, sondern an zwei seiner langjährigen Weggefährten, Iwan Rickenbacher und Barbora Neversil.

Während Iwan Rickenbacher das Leben und Schaffen des Politologen Longchamp auf amüsante Weise Revue passieren liess und die eine oder andere bisher unbekannte Anekdote zum Besten gab, wagte sich die angehende Ornitologin Barbara Neversil auf anderes Terrain: Sie stellte ihre Langzeitstudie des seltenen und schwer zu klassierenden Zugvogels Longchamp vor, die den Gästen einen unterhaltenden Einblick ins Longchampsche Nest bot.

Wenns interessiert, der kann hier alle Referate resp. Tagungsunterlagen nachschlagen.

30 Jahre VOX-Analysen

Es war der 13. März 1977. Die Schweizerische Eidgenossenschaft stimmte über vier Vorlagen ab. Erstmals wurd das Verhalten der Bürger und Bürgerinnen speziell untersucht. Seither ist über 267 weitere Themen gesamtschweizerisch entschieden worden. Alle diese Beschlüsse haben die VOX-Analysen eidgenössischer Volksabstimmungen zu den Fragen: “Wer stimmte wie und warum?” untersucht. Am kommenden Wochenende werden sie demnach 30jährig. Heute findet dazu in Bern eine Fachtagung mit prominenten RednerInnen statt.

Der erste VOX-Bericht vor 30 Jahren, seither nach jeder eidg. Volksabstimmung wiederholt

Die Bundeskanzlerin, Annemarie Huber-Hotz, kommt. Drei der Hauptverantwortlichen Politologen an den Universitäten Bern, Genf und Zürich, Thanh-Huyen Ballmer-Cao, Daniel Kübler und Hans Hirter referieren. Thomas Milic, der zahlreiche VOX-Analysen geschrieben hat und mit diesen Daten dissertiert hat, berichtet. Und Claude Longchamp, Institutsleiter von gfs.bern, das seit 30 Jahren die Arbeiten koordiniert und die Umfragen durchführt, spricht.

Der Bogen, der behandelt wird, ist gross: Erwartung der Politik an die Forschung, politische Polarisierungen auf der Links/Rechts-Dimension, die Bedeutung von Parteiparolen, die Meinungsbildung im Abstimmungskampf, die De- und Resakralisierung von Volksentscheidungen durch die Wissenschaft und die Geschichte der VOX-Analysen kommen zur Sprache.

Abschliessend äussern sich Roger Blum, Pascale Bruderer, Urs Rellstab und Reto Hadorn unter der Leitung von Radio-Chefredaktor auf dem Podium zu ihren Erfahrungen mit den VOX-Analysen. Durch die Tagung führen Lukas Golder und Bianca Rousselot, der bisherige und die neue VOX-Koordinatorin beim gfs.bern.

Die VOX-Analysen sind nicht nur eines der anerkanntesten Instrumente in der Polit-Berichterstattung der Schweiz geworden, das quer zu den Parteigrenzen Verwendung findet und zitiert wird. Sie sind auch eine der weltweit besten Quellen, die es zu politischen Entscheidungen gibt. Denn sie beackern systematisch, zeit- und themaübergreifend vergleichbar den einzigen Standortvorteil, den man in der Schweiz als PolitikwissenschafterIn haben kann: die direkten Demokratie, vor allem die Bedeutung, welche den vergleichsweise hohen Einfluss der Stimmberechtigten bei der politischen Entscheidfindung.

Nicht nur deshalb sind die VOX-Analysen unverändert, das Lieblingsprojekt des Institutsleiters Claude Longchamp von gfs.bern. Ihn verbindet mit den VOX-Analysen fast 30 Jahre politische Praxis und Reflexion darüber: Am 13. März 1977 fehlte ihm genau ein winziger Tag, um volljährig zu sein und mitbestimmen zu dürfen. Das ärgerte ihn damals beträchtlich, weshalb es sich bis heute genauestens an den Tag, an dem die VOX geboren wurde, erinnert.

Und: Bald wird er ein halbes Jahrhundert alt.

VOX-Jubiläumstagung

Bewegung Richtung Markt

Bald sind Abstimmungen. Abgestimmt wird die Gesundheitspolitik. So wie sie die SP vorschlägt. Bisherige Abstimmungsergebnisse und aktuelle Umfrageresultate lassen ein “Nein” zur Einheitskrankenkasse” erwarten. Da hätte man seit längerem auch aus dem Gesundheitsmonitor ableiten könnnen: Die 10 Jahresbilanz vom Forschungsinstitut gfs.bern, das die Befragungsreihe regelmässig für die Interpharma erstellt, lautet: “Bewegung Richtung Markt” und erscheint diese Woche in Buchform.


So sieht die 10 Jahresbilanz aus, die das Gesundheitsmonitoring im sehen erschienen Buch zieht.

Viele bunte Grafiken hat das Werk. Alle sind akutalisiert. Die meisten zeigen Trends auf. Die Befunde in der 170seitigen Broschüre von Claude Longchamp und Monia Aebersold sind fein säuberlich geordnet: Die Hauptergebnisse der Jahresbefragung 2006 kommen vorne weg; die 10 wichtigsten Trends der letzten 10 Jahre folgen hinten nach, und drei Spezialanalyse zu Werthaltungen gegenüber dem Gesundsheitswesen, schichtspezifische resp. parteipolitische Eigenheiten bilden den Abschluss. In der Synthese werden Fakten, Ergebnisse und Interpretationen nochmals aufgenommen: Es geht um den Lernprozess der Bevölkerung, der seit der Einführung des KVGs ausgelöst worden ist, um die feststellbaren Eisntellungsänderungen und um die ungelösten Probleme aus BürgerInnen-Sicht.

Alles in allem zusammengefasst werden die Erkenntnisse aus dem Gesundheitsmonitoring 1997-2006 unter dem Titel “Bewegung Richtung Markt”. Die Feststellung dahinter wird im Buch breit entwickelt und abgestützt. Sie lautet: “In die Eisntellungen der SchweizerInnen zum Gesundheitswesen ist nach Jahren der Stabilität Bewegung gekommen. Sie ist in den letzten 2 bis 3 Jahren nicht einheitlich, aber mehrheitlich gebündelt worden. Und diese Bündelung verweist in Richtung Markt.”

Das gilt vor allem angebotsseitig. Nach dem Grundsatzentscheid von 1994 zum KVG will man heute mehrheitlich, dass der Marktgedanke realisiert wird. Bei den Angeboten soll Pluralität herrschen. Mehr Konkurrenz unter den Kassen, mehr Kontrollen bei den Medikamentenpreisen sind gefragt. Das heisst aber nicht, dass sich der Staat aus der Verantwortung für das Gesundheitswesen zurückziehen soll. Er soll unvermindert die Rahmenbedingungen festlegen, und die kantonalen Politiken koordinieren.

Ein vermehrt staatliches Gesundheitswesen will man aber nicht mehr. Zwar werden die Verbesserung gesehen, die das KVG bei der Versorgungsdichte gebracht haben. Doch wurde eine Sättigung erreicht. Denn es geht um Drosselung der unvermindert steigenden Kosten heute und in der Zukunft. Da erwartet man mehr vom Markt als vom Staat. Bonussystems für richtiges Verhalten werden breit gewünscht.

Wenn es indessen um die Qualität der teuer geworden Dienstleistung geht, steht man dem Marktdenken fern. Gegenüber den Aerzten wird schon geklagt, zu sehr nach gesundheitsökonomischen Kriterien zu entscheiden. Man möchte wieder mehr, gute und persönliche Betreuung. Denn: Die Breite der Arztebesuche im akuten Fall, aber auch für die Prävention, ist seit dem Jahr 2000 rückläufig. Gesünder fühlt man sich aber nicht, eher kränker und das nicht nur wegen Zivilisationskrankheiten.

Die Zufriedenheit mit dem KVG sinkt langsam aber kontinuierlich. Nicht nur wegen den Kosten, auch wegen den bedrohten Angeboten. Zwar wächst die Bereitschaft, radikale Reformen zu akzeptieren vor allem im liberalkonservativen Lager. Es zeichnen sich aber erst wenige mehrheitsfähige Konzepte ab. Deshalb wird wohl noch eine Weile unvermindert gelten: Volksinitiativen von links wie rechts werden es, wenn sie dem Gesundheitswesen zu einfache Rezepte vorschlagen mehrheitlich abgelehnt werden. Gefragt ist nicht nur, dass man auf einen zentralen Problembereich der Bevölkerung politisch reagiert. Verlangt wird, dass man weltanschaulich übergreifend nach neuen Lösung jenseits der alten Gräben sucht, die Qualität und Quantität des Outputs sichert, den Input aber vermehrt nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen organisieren.

Das jedenfalls prognostiziert die Bilanz zum Gesundheitsmonitor gut 10 Jahre nach der Einführung des KVGs! Die Abstimmung der Politik hierauf ist nach dem 11. März 2007 gefragt.

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