Archive for November, 2006

Zielscheibe der raschen Abstimmungsanalyse

Die Fortschritte der Wissensgesellschaft, insbesondere auf den Gebieten der Datenverarbeitung, der politikwissenschaftlichen Analyse und der politischen Kommunikation erlauben es, die Ergebnisse von Volksabstimmung erfassen, zu klassieren und zu interpretieren. Daraus resultierende Informationsgewinne sind grösser als viele glauben. Sie sind auch einfacher zu nutzen als viele meinen. Und sie sind von grösserem Wert für die Praxis, als viele denken. Ein Beispiel aus der Erstanalyse der Volksabstimmungen vom vergangenen Abstimmungswochenende.


Typologie der eidgenössischen Volksabstimmungen 2004-2006 aufgrund der räumlichen Zustimmungsprofile (anclickbar)

Bei eidgenössischen Abstimmungen können 4,7 Mio. Stimmberechtigte entscheiden. 2 Mio. davon machen von der Entscheidungsmöglichkeit jeweils im Schnitt Gebrauch. Was sie votiert haben, erfährt man über das Volksmehr und über die 26 Kantonsergebnisse. Seit einiger Zeit weiss man auch die über 180 Bezirks- und die fast 3000 Gemeindeergebnisse fast im Nu verfügbar. Das ist eine riesige Datenquelle, die bisher wenig genutzt worden ist, um zu neuen Einsichten zu kommen.

Analysen der Politgeographen um Michael Hermann von der Universität Zürich legen nahe, drei zentrale, übergeordnete Konfliktlinien in den raumbezogenen Volksabstimmungsergebnissen zu sehen: Einmal den Gegensatz zwischen linken und rechten Präferenzen, die Polarität zwischen liberaler und konservativer Schweiz und die Antinomie zwischen ökologischer und technokratischer Politik. Diese, postmaterialistische Konfliktlinie ist in den 80er Jahren entstanden und hat die materialistische, jene zwischen Linken und Rechte überlagert. In den 90er Jahren ist zudem die postnationale Polarität verstärkt aufgetreten, die zu einem Revival der Gegensätze zwischen liberaler, moderner und konservativ, traditioneller Politik geführt hat. Vertraut man der Uebersicht der erwähnten Politgeographen, spiegeln sich heute die Gegensätze zwischen linker und rechter sowie moderner und konservativer Schweiz in schweizerischen Volksabstimmungen am häufigsten.

Das zahlreiche Datenmaterial erlaubt es, das räumliche Zustimmungsprofil auf diesen beiden Dimensionen idealtypisch zu bestimmen. Es muss effektiv nie vorkommen; es bildet aber die virutelle Schweizer Karte ab, die es bei einem eindeutigen Entscheid auf der links/rechts-Dimension absetzen würde, resp. wenn die Polarität zwischen moderner und traditioneller Schweiz gegeben wäre.

Mit diesem Wissen kann man jede realtypische Karte des Zustimmungsprofils, die eine Volksabstimmung produziert, mit den Idealtypen vergleichen. Statistisch gesehen lassen sich sich sogar Aehnlichkeiten berechnen; und diese wiederum kpönnen grafisch aufgearbeitet werden. Die nebenstehende, vom Forschungsinstitut gfs.bern speziell entwickelte Zielscheibe enthält alle hierzu nötigen Informationen für alle Volksentscheidungen seit den letzten Parlamentswahlen. Gelesen wird sie wie folgt:

. Hätte eine Vorlage eine Zustimmung von 100 Prozent, gäbe es gar keinen bestimmbaren Konflikt. Die Vorlage würde durch einen Punkt mitten im Fadenkreuz symbolisiert.
. Je geringer die Zustimmung ausfällt, desto weiter entfernt kommt der Punkt für eine Volksabstimmung zu liegen. Der innere Kreis markiert die 50 Prozent Hürde.
. Je nach Aehnlichkeit mit den beiden zentralen Konfliktlinien kommt der Punkt auf eine der beiden Achsen zu liegen. Im Norden sind Vorlagen, die für moderne Entscheidungen stehen, im Süden jene, die traditionelle Präferenzen zeigen. Oestlich positionierte Volksabstimmungen artikulieren rechte Vorlieben; während solche die im Westen sind linke Positionen ausdrücken.

Da konkrete Entscheidungen meist Mischungen aus den beiden Dimensionen sind, liegen die Abstimmungspunkte in der Zielscheibe in der Regel nicht auf einer Achse, sondern in einem Quadranten, das heisst, sie stehen für eine links-moderne, rechts-moderne, rechts-konservative oder links-konservative Schweiz.

Nun kann man jede Vorlage so im Ueberblick und im Vergleich analysieren. Aufgrund des Zustimmungs- und Ablehnungsprofils war die Entscheidung über die Familienzulagen nicht eine linke Vorlage, die neue Luxusausgaben förderte, wie das die Gegnerschaft aus SVP und FDP beklagte. Nein, ihre Analyse war, nicht nur wegen der Zustimmung von 68 Prozent, falsch; sie irrte selbst in der Einschätzung der Vorlage. Das Zustimmungsprofil ist nämlich mässig konfliktreich zwischen modern und traditionell. Es ist mit allen andere Entscheidungen vergleichbar, die eine Reduktion der übertriebenen Kantönlischweiz verlangten: dem neuen Bildungsartikel, der neuen Finanzordnung und dem neuen Finanzausgleich.

Man kann das als Vorlagen interpretieren, die einen recht breiten gesellschaftlichen Konsens ausdrücken. Dieser ergibt sich aus den Nachteilen, welche die heutige Staatsstruktur hat, insbesondere für eine mobile Gesellschaft, die nicht mehr ortsgebunden lebt. Diese unterstützt einen institutionell vereinheitlichten Lebensmarkt, der die Voraussetzung für die moderne Lebensweise ist. Und das hat heute wenig mit nur links oder nur rechts zu tun, wie man aufgrund der Parteiparolen meinen konnte. Es hat aber viel mit einer zeitgemässen Staatsstruktur zu tun, die sich aus der modernen Lebensweise in der heutigen Schweiz einstellt. Genau so wurde die Vorlage von den meisten Stimmenden “gelesen”.

Ziemlich einfach, die rasche Einschätzung einer ziemlich falsch bewerteten Vorlage, wenn man die Vorteile der Wissensgesellschaft für Datenanalyse, politikwissenschaftliche Interpretationen und politische Kommunikation zu nutzen weiss.

Erstanalyse der Abstimmung über die Osthilfe

Kritik am Thesenjournalismus

Anlässe, die Weltwoche zu loben, gab es, wenigstens aus meiner Warte, in jüngster Zeit wenige. Doch die letzte Nummer überraschte; Kurt W. Zimmermann machte eine durchaus zutreffende Beobachtung.


Empörung referiert auf Zorn, der sich aus dem Stolz des Mächtigen beim Ohnmächtigen ergibt.

Seit Jahren fährt upe. einen Kampagnenjournalismus gegen mich. Was immer ich auch tue, sage, schreibe; er nimmt es auf, verkehrt es in Gegenteil, und schreibt darüber nach dem Motto der PR-Zyniker: “behaupten, übertreiben und wiederholen”. Mit Recherche haben seine Artikel über mich kaum mehr etwas zu tun. Und reden will er seit Jahren mit mir nicht mehr, denn das würde zurück zu Fakten, Einschätzungen und Gegeneinschätzung in der Bildung von Urteilen und Meinungen führen. Dem ist aber nicht so; eigentlich hätte ich genügend Gründe, regelmässig empört zu sein.

Genau diesem Tgrossen hema nimmt sich in der jüngsten WeWo Kurt W. Zimmermann an. Ich kenne ihn aus gemeinsamen Zeiten bei der Sonntagszeitung; er war dort früher Chefredaktor, ich Zulieferer. Gesprochen habe ich seither auch mit ihm nicht mehr. In seinem Artikel über den “Beruf Empörungsexperten” macht er aber richtige Beobachtungen: Er zitiert Kurt Imhof, Thomas Held und mich als Experten, die, weil sie den gängigen Erwartungen der Empörungsberichterstattung nicht entsprechen würden, trotz ihres Spezialistentums immer wenig in den Medien vorkämen.

“Richtig!”, sag ich da, und ich will es aus meiner Warte auch begründen.

2004 veröffentlichte die Sonntagszeitung im Rückblick auf “200 Jahre Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant” einen Hintergrund über ExpertInnen, die sich von Thesenjournalisten zitieren liessen. Es war, soweit ich mich entsinne, die erste Kritik an dieser Rolle in Medien. Ich habe sie zum Anlass genommen, meine Praxis von gut 10 Jahren, in denen ich Medienanfragen zuhauf bediente, zu überdenken.

Seitdem betätige ich mich an Thesenartikeln aller Zeitung kaum mehr. Denn ich kam zum Schluss, nicht immer, aber immer öfters schlicht missbraucht worden zu sein:

Erstens, das Thema setzte fast immer das Medium in alleiniger Regie fest. Hatte ich dazu etwas zu sagen, konnte ich Nachfragen verstehen; war dies aber nicht der Fall, hörte ich meisten, “sag doch rasch etwas das zitierbar ist, egal, was du weisst oder nicht weisst.” Ganz selten sind in meiner Erinnerung die Fälle, wo ein(e) Journalist/Journalistin nach einem kritischen Gespräch mit zahlreichen Einwänden das Thema hat fallen lassen.

Zweitens, die These selber wurde in den seltensten Fällen mit mir diskutiert. Vielmehr erhielt ich meist daraus abgeleitete Fragen, oder wurde in ein allgemeines Gespräch verwickelt, das sequenzweise die These in impliziter Form beinhaltete. Manchmal konnte man den Hintergrund rekonstruieren, öfters aber auch nicht. Das diesbezügliche Staunen bei der nachfolgenden Lekütre war bisweilen gross.

Drittens, zur Autorisierung bekommt man nicht das Interview, sondern Zitate. Häufig sind es aber viel mehr als verwenbar sind, und sie sind viel ausführlicher, als sie gebracht werden können. Selten kam es sogar vor, dass autorisierte Zitate im rewrite durch die Redaktion nicht nur gekürzt, zugespitzt, sondern auch in der Substanz oder zum Fakt abgeändert wurden. Ganz schlimm in Erinnerung sind mir Fälle, wo man die Frage solange wiederholte, bis die erwünschte Message in irgend einer Weise gesagt worden war.

Viertens, die Einbettung der Zitate sieht man kaum jemals, maximal erfährt man, ob es ein Interview, ein gestalteter Beitrag, ein Hintergrund oder ein Meinungsartikel ist: Der alles bestimmende Titel wird selbst bei Thesenpapieren nach dem Gespräch gesetzt, – und hat bisweilen wenig mit der Substanz zu tun. Die These wird in eine süffige Form gebracht, – und dient er der Uebertreibung der Befunde als der Erschliessung des Textes. Und die Bilder, Zwischentitel und Einleitungssätze interpretieren gelegentlich mehr, als es mein Zitat tat. Will man als Gegenmassnahme hierzu einen Artikel insgesamt gegenlesen, stösst man bei einer Mehrheit der JounalistInnen auf schroffste Ablehnung.

Es ist auch schon vorgekommen, dass ich mich über solche Praktiken empört habe. Die schlimmste journalistische Reaktion hierzu war: In diesem Gespräch stelle ich die Fragen, die Sie gefälligst ohne Kommentare zum Vorgehen beantworten!”

Um es klar zu machen: Diskutierte Thesen mit der Abwägung von Fakten und Meinungen, Rede und Gegenrede halte ich durchaus für eine sinnvolle journalistische Form der Berichterstattung, die gerade in der Blogosphäre ein revival erlebt. Für nicht sinnvoll halte ich aber, “Thesen” mit Behauptungen, Vermutungen oder Annahmen zu verwechseln. Wer das tut, sollte lieber von Hypothesen sprechen und getreu nach dem liberalen Philosophen Popper nicht Belege sammeln, die für seine “These” sprechen, sondern solche, die gegen sie sprechen. Nach der Logik des Falsifikationismus dürften solche Hypothesen jedoch nur dann publiziert werden, wenn sich keine Faktren finden und keine Einwände ergeben, die ihr widersprechen. Andersfalls müssten sie mehrfach verbessert werden, um der Sache, die interessiert auf die Spur zu kommen.

Journalisten meines Vertrauens und solche, die den Thesenjournalismus kritisch einsetzen, bediene ich immer noch. Die Zahl ist gering geworden, und das entspricht genau meinem knappen Zeitbudget hierzu! Das führt dann dazu, dass ich möglicherweise weniger häufig, dafür häufiger differenziert zitiert werde. MIr ist das recht!

Wenn KWZ in der WeWo auch dafür besorgt sein sollte, würde es mich, nur schon als Gegengewicht zu upe., freuen.

PS:
Ach, mit KWZs indirekter Empörung über gewisse “Empörungsexperten” habe ich mich noch nicht auseinander gesetzt! Nach dem neuesten Buch des Philosophen Peter Sloterdijk (Zorn und Zeit) ist Zorn das Gegenstück zum Stolz. Jeder Stolz einer Nation, einer Kultur oder Gesellschaft, produziert damit Zorn bei einer anderen Nation, einer anderen Kultur, in einer anderen Gesellschaft. Der Empörungsexperte wäre damit das soziale Gegenstück zum Flatierungsexperten. Eine transparent gemachte These, die der Diskussion Wert wäre …

www.ch.ch: Vom Wert systematischer Begleitforschung in der Kommunikation

Der Guichet virtuel war ein ambitioniertes Projekt. Er sollte zur Einstiegsseite für Behördenkontakte aller Art werden und von Beginn weg die drei Staatsebenen (Bund, Kantone, Gemeinden) verbinden. Bereits diesen Projektschritt konnte gfs.bern begleiten. Wie ein roter Faden zieht sich unsere Erkenntnis, dass Behördendienstleistungen online ein grosses Bedürfnis sind, insbesondere wenn damit Zeit, Geld und Aufwand gespart werden kann, und die Dienstleistung alltagsnah – sprich: oft brauchbar ist.

Schliesslich wurde www.ch.ch lanciert und wir sind froh darüber, die Kommunikation von www.ch.ch nun seit über einem Jahr zu begleiten. Gerade der Zeitvergleich ist ein wesentlicher Gewinn der Umfrageforschung – und dieser Gewinn lebt selbstredend von der Konstanz der Forschung.

Die Veröffentlichung zeigt für www.ch.ch erfreulicherweise eine leicht gestiegene Bekanntheit, die Untersuchung zeigt aber auch noch viele Hürden auf, bis sich ein wirklicher Durchbruch ereignet.

Bereits 2003 haben wir basierend auf theoretischen Modellen und unseren ersten Erkenntnissen ein Modell präsentiert, das sich für die Analyse der Kommunikation einer Website sehr gut eignet. Nach wie vor ermöglicht das Modell, die Situation und die Bedürfnisse zu analysieren und die Kommunikationsereignisse in einen sinnvollen Zusammenhang zu stellen.

Studie 2004
Studie 2006
www.ch.ch

Ausgang offen – wenn auch mit gewissen Vorteilen für das Ja

Der Ausgang der Abstimmung über die schweizerische Osthilfe ist auch nach der letzten Umfrage offen. Offen heisst weder knapp, noch gekippt. Offen heisst, es ist beides möglich. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Ja wird etwas grösser als ein jene des Neins. Der Unterschied ist aber zu gering, sodass jede eindeutige Aussage aufgrund von Umfragen Spekulation bleibt.


Kampagne zur Schlussmobilisierung, vor allem der Ja-Seite, ist angelaufen; hier ein Postkarte auf meinen Arbeitsweg mit dem ÖV

Seit der Publikation der letzten SRG-Umfrage zur schweizerischen Osthilfe werde ich regelmässig auf der Strasse angesprochen. “Wie geht es aus?”, die die mir am häufigsten gestellte Frage. Das kommt seit heute noch deutlicher vor, den die Schlussmobilisierung, vor allem der Ja-Seite ist angelaufen.

Ich kenne das Phänomen seit dem EWR. Dort geben die letzten Umfragen 10 Tage vor der Abstimmung 47 % Ja und 40 % Nein. 13 Prozent waren unentschieden. Das Ergebnis der Entscheidung hing damals aber klarer vom Ständemehr ab, und das war voraussichtlich Nein. Schliesslich votierten 16 Stände gegen den EWR, 7 dafür. Und es waren 50,3 Prozent der Stimmenden dagegen, während 49,7 Przent Ja sagten.

Das ist in allen europapolitischen Umfragen seither ähnlich gewesen, selbst wenn es kein Ständemehr braucht wie diesmal. Stets haben sich die Gegner am Schluss stärker ausgedehnt als die BefürworterInnen. Bis heute ist es ihnen aber nie gelungen, aus vorläufigen Ja-SagerInnen schliesslich Nein-SagerInnen zu machen. Immer legten sie zu.

Am meisten war die bei Schengen/Dublin der Fall, wo die Abstimmungen in Frankreich und den Niederlanden über die neue EU-Verfassung nach der letzten Umfrage, aber vor der Schweizer Abstimmung stattfanden. Das wiederholte Nein aus dem Ausland ermöglichte es der Gegnerschaft, praktisch alle Unschlüssigen auf ihre Seite zu ziehen.

Das Gegenbeispiel war die Volksabstimmung über die Personenfreizügigkeit. Da waren die Verhältnisse wieder ausserordentlich unsicher, und die Ja-Seite setzte in den letzten 10 Tagen zu einer bisher nie dagewesenen Mobilisierungskampagne in den urbanen Gebieten an. So konnte der Ja-Anteil damals in den letzten 10 Tagen nochmals um die Häfte der Unentschiedenen erhöht werden.

Ich sage es klar: Eine Gesetzmässigkeit, wie man die Unschlüssigen aus der letzten Umfragen auf die beiden Seiten verteilen soll, gibt es nicht! Es gibt aber ein paar erwähnenswerte Beobachtungen, und es gibt für die speziellen Fälle eine paar plausible Erklärungen. Angesichts der 14 Prozent unentschiedenen ist, je nach Schlusskampagnen und -mobilisierungen, in Analoge hierzu ein Ergebnis zwischen 49 Prozent und 56 Prozent Ja zur schweizerischen Osthilfe möglich. Zählt man noch den maximalen statistischen Unschärfebereich von +/- 3,6 Prozent hinzu, sind sogar Ja-Anteile von 46 Prozent bis 59 Prozent möglich, wobei die Extreme weniger wahrscheinlich sind als die Mitte. Daraus kann man eine etwas erhöhte Probabilität für ein Ja als für ein Nein im Verhältnis von rund 7:3 ableiten.

Angesichts dieser verbliebenen Unsicherheit muss ich als Statistiker und Analytiker sagen: Wenn sie mich auf der Strasse fragen, wie es ausgeht, werde ich ihnen freundlich nichts antworten. Der Ausgang ist schlicht nicht bekannt. Es ist eine Ja wie ein Nein möglich.

Mehr noch: Es ist nicht einmal sicher, dass es knapp wird. Ich habe nie von einer Zitterpartie gesprochen, wie es Teile der Medien gestern taten. Selbst das ist eine Überinterpretation. Ich habe immer von einem offenen Ausgang gesprochen, beim dem sich die Ja-Seite nach der Hauptkampagne gewisse, aber nicht sicher hinreichende Vorteile erarbeitet hat.


Die Dokumente zu den Befragungen

fondue fédérale

Biel, Zukunftstagung der SRG Regionalgruppe Bern-Fribourg-Wallis: Man spricht über das, was die SRG in der plurikulturellen Gesellschaft der Zukunft sein soll. Hierzu soll ich das Einleitungsreferat halten; nach langem Zögern entscheide ich mich, den vorschlagenen Titel: “Zusammenhalt trotz Föderalismus” beiseite zu legen und über die “fondue fédérale” zu sprechen.


den ganzen Vortrag habe ich reichhaltig bebildert, die meisten stammen aus dem weltweit grössten Fotoalbum “www.flickr.com”, wie dieses Bild auch (Fotografin: menina1894)

Die aktuelle Diskussion über Gebührenerhöhungen, Privatisierungen und Spartensender berührt mich zu wenig. Sie ist mir zu politisch. Ich wollte mit meinem Referat grundsätzlicher sein als der Tagesjournalismus. Für meine Rede hatte ich drei Thesen formuliert; sie lauteten:

. Erstens, die Schweiz ist und bleibt eine Willensnation.
. Zweitens, der Wille zur Willensnation muss stets von Neuem erfunden werden.
. Drittens, die SRG SSR idée suisse hat die Aufgabe, den Willen zur Willensnation stets von Neuem zu nähren.

Dem Thema nähere ich mich vorsichtig, quasi als Ethnologe, der interessiert und erstaunt in die Schweiz kommt, ihre politischen Kulturen mit denen der Nachbarstaaten vergleicht und fragt, wie es zu viersprachigen Schweiz gekommen ist, was die Gesellschaft und das Land heute zusammenhält.

Ein tolles Buch, das ich in den Sommerferien aufgearbeitet hatte, inspirierte mich bei der Erarbeitung der Grundlagen: “Die Schweiz. Ein städtebauliches Portrait”, heisst es. Verfasst wurde es von Roger Diener, Jacques Herzog, Christoph Meili, Pierre de Meuron und Christian Schmid. Es geht vor allem dem nach, was angesichts der vier Sprachregionen, der historisch gewachsenen Verkammerung die eidgenössische Kultur heute ausmacht. Letztlich orten sie es im Bewusstsein um die Zusammengehörigkeit, das Wissen um die Geschichte, die Herrschaft über und unter die Alpen. Diese ist stärker als die zahlreichen Konfliktlinien, die historisch im 16. Jahrhundert das junge Staatswesen prägten, und im 19. und 20. Jahrhundert kompliziert worden sind. Denn die zahlreichen, so entstandenen Gegensätze sind nicht deckungsgleich. Das führt dazu, dass letztlich jeder einmal zur Mehr-, ein ander Mal zu Minderheitskultur gehört. Doch gibt es in der aktuellen Entwicklung unübersehbare Trends: Die Schweiz wird urbaner, sie ist nicht mehr die Kuhschweiz, auch nicht mehr die Schweiz, die aus dem Geist von Uster und Rolle konstituiert wurde. Sie entwickelt sich zur modernen, urbanen Gesellschaft, die ihre eigenen Werte entstehen lässt, und sie vor allem medial überall hin kommuniziert.

Der Wille zum Zusammenhalt ist in der Gegenwart nicht immer eindeutig. Geschichtlich gesehen hat er vier typische Ausprägungen gehabt: den Sonderfall, die Neutralität im 2. Weltkrieg, der Erfolg der Entrepreneur-Schweiz und die politische Schweiz. In der heutigen Modernisierung wirkt vor allem der ökonomische Erfolg als Kitt, ist meine These, während die Begründungen des 19. und 20. Jahrhunderts verblasst sind. Und wir arbeiten an der Zukunft der politischen Schweiz, denn wir merken, dass politische Ökonomie alleine zwar Grundlagen schafft für den Zusammenhalt, diese selber aber nicht herstellt. Meine These ist dabei, dass wir uns zu stark mit uns selber – und zwar mit nebensächlichen Aufgeregtheiten im Inneren beschäftigen – und dabei unsere Stärken vergessen, die sich immer in der eigenen Auseinandersetzung mit dem internationalen Geld und Geist ergeben haben.

Eine einzige Frage ans Publikum zeigte, was ich damit meinte: “Wer ist Charles-Albert Gobat“, rief ich in den gut besuchten Saal und erhielt keine einzige Antwort. So geht es dem einzigen aktiven Schweizer Politiker, der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist. Und das hat System: Wer nicht der kleinbürgerlichen Norm entspricht, wer über die Herde hinausragt, hat es schwer! Und so wurde auch der Nobelpreisträger Gobat aus unserer kollektiven Erinnerung gestrichen, obwohl er mit Albert Einstein in Bern lebte. Welch ein Gegensatz!

Genau da sollte die SRG SSR idée suisse meines Erachtens ansetzen, und zwar kritisch: Wir sind zu grossen Taten nicht mehr in der Lage; wir brauchen aber einen Journalismus der dies und nicht den Bünzli fördert. Der SRG-Journalismus kann nicht nur ein simples Spiegelbild der Gesellschaft, denn jede Berichterstattung über irgend etwas gewichtet, indem sie auswählt. Bei dieser Gewichtung darf weder die Käseglocke der schweizerischen Selbstgenügsamkeit als einziger Massstab dienen, noch der ortsunverbundenen Fortschrittsoptimismus. Der SRG Journalismus muss sich vielmehr seiner Tradition und Ortbestimmtheit bewusst, muss aber gleichzeitig in der Lage Neues aufzunehmen und zu verbinden. Er muss offen sein, nicht voreingenommen. Er muss geschichtsbewusst sein, nicht oberflächlich, und er muss sich an den grossen Projekten der Gegenwart orientieren, nicht am Kleinkram der Kleinkrämer.

All diese Überlegungen haben meine Sekretärin, Silvia Ratelband-Pally, auf die Idee gebracht, von der “fondue fédérale” zu sprechen. Die ist schweizerisch, aber nicht nur. Die hat Tradition und weckt Gefühle. Und die verbindet alle, die sich am gemeinsamen Rühren beteiligen. Ich habe mich an diesen Titel gehalten, denn er hat mein Referat sinnlicher gemacht als die ursprünglich angedachte journalistische Provokation.

“fondue fédérale. Ein Sprach- und Bilderbogen”

“veranstaltungsbericht”

http://www.srgbern.ch/text/de/news.asp?id=news

Vorumfragen zu den Volksabstimmungen eindrücklich bestätigt

68 Prozent haben Ja gesagt zum neuen Zulagengesetz für Familien und Kinder. 53 Prozent haben die Osthilfe befürwortet. 45 Prozent haben an den jüngsten Volksabstimmungen teilgenommen. Die Umfrage-Ergebnisse der Vorbefragungen sind damit eindrücklich bestätigt worden.

Zwei Wochen vor der Abstimmung hielten wir fest:

. 46 Prozent der Stimmberechtigten wollen sich in der Volksentscheidung äussern, Tendenz weilgehend stabil;
. 49 Prozent sind für die Osthilfe, 37 Prozent sind dagegen; von den Unentschiedenen dürften der grössere Teil ins Nein gehen;
. 70 Prozent sind für die Kinderzulagen, 11 Prozent sind unentschieden; Trends keine sichtbar;
.der Stichprobenfehler beträgt rund +/-3 Prozent.


Grafik anclickbar

Berücksichtigt man sichtbare Trends, und extrapolitiert man diese von den letzten Erhebungen auf den Abstimmungstag, kommt praktisch genau auf die Abstimmungsergebnisse. Die Zuverlässigkeit von gut gemachten Befragungen vor Volksabstimmungen ist einmal mehr belegbar geworden.


Grafik anclickbar

Damit dies möglich ist, braucht es aber mehreres gleichzeitig; vor allem ist ein sinnvoller Umgang mit Umfrageresultaten nötig:

Erstens, politische Umfragen sind Momentaufnahme, keine Voraussagen; deshalb sollte man nie nur eine Umfrage in Betracht ziehen.
Zweitens, in Umfrageserien ist die letzte Erhebung massgeblich, nicht die erste; deshalb sollte man nie nur auf die ersten Messwerte abstellen.
Drittens, es sind Meinungsaufbau (=Abbau von Unschlüssigen) und Meinungswandel (=zum Beispiel Wandel vom Ja ins Nein) möglich; deshalb sollte man in sinnvollen Szenarien denken, wenn man Trendannahmen macht.

Die Auswertung der jüngsten Befragungsergebnisse zeigt, dass dies Annahmen nicht nur gesamtschweizerisch sinnvoll sind, sondern auch sprachregional gelten, wenn auch in differenzierter Weise. Bei der Abstimmung über die Osthilfe stieg der Ja-Anteil während der Kampagne in der europafreundlichesten Romandie am meisten, und sank er in der europaskeptischsten italienischsprachigen Schweiz am deutlichsten. In der deutschsprachigen Schweiz kam es nicht zu einem Meinungswandel, sondern zu einem Meinungsaufbau. Unsere Arbeitshypothese für das nächste Mal lautet: Die Mehrheitskultur in einer (Sprach)Region scheinen einen eigenen Einfluss auf die unschlüssigen BürgerInnen zu haben.

Politische Wirkungen von Blogs

Das wird interessant: Sarah schreibt eine Abschlussarbeit über Blogs und Politik. Und bloggt hierzu seit Arbeitsbeginn. Sie will politische Wirkungen von Blogs aufspüren, und die Blogosphäre kann von Beginn weg das Entstehen ihres Wissens mitverfolgen. Das Wettrennen ist eröffnet: Was entwickelt sich schneller: die Blogosphäre, oder das Wissen über die Blogoshäre auf der Blogosphäre?

Ganz unbekannt ist sie der Blogoshpäre nicht, die “Sarah”. Denn sie berichtete einen Sommer lang über Berlin aus der Sicht einer Züricherin. Dort hat sie sich vor allem fürs kulturelle Leben und Kronleuchter interessiert. Jetzt ist sie wieder in der Schweiz, – und will Licht bringen ins Politleben, das sich auf blogs findet.

“sarah” heisst eigentlich Sarah Genner und schreibt an der Uni Zürich eine Abschlussarbeit über die politischen Wirkungen von Blogs. Und blogt hier gleich zu selber auf einer neuen Seite. Ueber sich selber schreibt sie: “Die politische Blogosphäre für wissenschaftliche Zwecken ordnen zu wollen, ist eine Sisyphusarbeit in einem sich stetig ausdehnenden Universum. Deshalb entsteht heute das Naheliegende: ein Blog über Blogs und Politik. PolitikBlogs hat einen starken Bezug zur Schweiz, interessiert sich aber auch brennend für Forschung über die internationale politische Blogosphäre.” Geschaffen wurden vorerst folgende Kategorien:

. Blogs und Demokratie
. Blogs von PolitikerInnen: ::Wahlkampf-/Propagandablogs:: und ::Parteienblogs::
. Politische Blogs: ::von Privatpersonen:: und ::von Medienhäusern::
. Blogforschung allgemein

Die Sache wird seit dem 1. November betrieben, und ist schon reich an nützlichsten Einträge, vor allem für jene, die keine Zeit haben, alle Fachbeiträge in extenso zu lesen. Da sind wir mal gespannt, was aus dieser Aktionsforschung noch alles wird: Ob sie Politik in Blogs analysiert, oder Politik auf Blogs fördern wird!

Wir bleiben auf jeden Fall dran, Sarah!

Blogs und Politik

Übertrieben

Die Weltwoche hat im Zusammenhang mit Forschungsaufträgen das
Forschungsinstitut gfs.bern in verschiedenen Zusammenhängen irreführend
dargestellt. Insbesondere wurde der Eindruck erweckt, es handle sich um
grosse Auftragsvolumen oder um nicht transparente Entscheidungen seitens
der Behörden.


Masche der Weltwoche: Aus nachgewiesenen 144 Mio. CHF für Politische Forschung und Beratung werden locker “Milliarden für Politberater” im WeWo-Aushang.

Das Mandat des VBS hat gfs.bern im Jahr 2006 in Konkurrenz und im Rahmen
einer offiziellen WTO-Ausschreibung gewonnen. Die Ausschreibung wurde im
Handelsblatt publiziert. Systematische Reputationsmessung und Issueanalyse haben mit einem “Liebesbarometer” für Samuel Schmid nichts gemeinsam.

Beim Auftragsvolumen für die Politberatung hat die Weltwoche übertrieben. Für die Politberatung im engeren Sinn gibt der Bericht des Ständerats im Referenzjahr (2004) 144 Millionen an. Davon sind 60 Millionen Auftragsforschung an Fachhochschulen und Universitäten und 80 Millionen gehen auf den freien Markt und an private Firmen. Im Referenzjahr des Berichts erzielte gfs.bern 4 Promille dieses engeren privaten Volumens, verteilt auf vier Projekte.

Anbiederung an Kunden, wie uns unterstellt wird, haben wir nicht nötig.

Sind junge StaatsbürgerInnen politisch wirklich unbedarft?

Diese Woche machte ein Schlagzeile die rund: Viele Jugendliche haben keine Ahnung von Geschichte und Politik der Schweiz. Ich habe nachgesehen, und nehme ganz andere Eindrücke mit!

Das war knallhart: Als ich im Zug nach Aarau fuhr, lass ich den Berner Bund vom 31. Oktober 2006 nach und wurde auf eine bisher unveröffentlichte Studie der Pädagogischen Hochschulen Bern, Aarau und Zürich aufmerksam: “Keine Ahnung von Geschichte, keinen Schimmer von Politikkenntnisse”, so das vernichtende Fazit.

. Fast 10 von 10 können die drei Gewalten auf Bundesebene nicht richtig benennen.
. Rund 9 von 10 wissen demnach nicht, wie die Legislative auf Bundesebene heisst.
. Rund 8 von 10 glauben, dass Volksinitiativen in der Schweiz meist angenommen werden.
. Fast 7 von 10 meinen, der Bundesrat entscheide darüber, ob ein Referendum angenommen wird oder nicht.

Das rüttelte mich auf, denn ich war unterwegs, an die neue Kanti von Aarau, um zu einer Klasse von jungen SchülerInnen zu sprechen. Ich war eingeladen, als “Politologe in der Praxis” für angehende Stimmbürger und Stimmbürgerinnen etwas über Politik zu sagen.

Meinen Vortrag hatte ich schon vorbereitet auf dem Labtop und im Kopf. Ich entschied mich, trotz des Hilfeschreis in der Zeitung, gar nichts mehr zu ändern, aber bewusst langsam und beispielhaft zu sprechen. Ich behandelte:

. Was sieht man von einem praktisch tätigen Politikwissenschafter am Fernsehen, was sieht man nicht!
. Was ist Politik, und was ist Politikwissenschaft?
. Was machen ausgewählte PolitikwissenschafterInnen in der Schweiz?
. Was macht das gfs.bern als politologisches Institut, das in der angewandten Forschung tätig ist?
. Was ist bei der Nachanalyse der Volksasbtimmung über das abgelehnte Fusballstadion in Aarau herausgekommen?
. Was heisst direkte Demokratie? Und was unterscheidet sie von der weltweit üblichen Form der direkten Demokratie?

Ich war, nach all den Warnungen im “Bund” nach dem Vortrag umso erstaunter, als ich keine Gruppe von totalen IgnorantInnen vor mir gehabt hatte. Vielmehr fand ich eine grosse Zahl höchst interessierter Schüler und Schülerinnen, die bald abstimmen können. Und die stellten mir knallharte Fragen:

. Wie kann ein Politologe zwischen seiner Meinung und seiner Analyse unterscheiden?
. Geht mit der weltweiten Ausbreitung der Demokratie auch der Rassismus weltweit zurück?
. Könnten Länder wie Deutschland, Oesterreich, Frankreich und Italien etwas von unserer Konkordanzkultur lernen?
. Wie gross ist mein Anteil an der Summe, die der Bund für Politikberatung ausgibt?

Ich habe zur Kenntnis genommen: Meine werdenden StaatsbürgerInnen waren bestens vorbereitet. Sie kennen die politische Aktualität der Medien. Sie können zentrale Begriffe richtig anwenden. Sie verstehen es, Frage zu Zusammenhängen zu stellen. Sie sind alles andere als politisch desinteressiert.

Sicher, es waren keine Neuntklässler, – es waren jungen GymnasiastInnen. Es war auch keine Stichprobe durch einen ganzen Jahrgang; es war eine engagierte Schulklasse. Dennoch, will ich zur angekündigten Studie schon präventiv ein Ausrufezeichen anbringen: Denn seit den späten 80er Jahren dominiert in sozialwissenschaftlichen Jugendstudien das Bild der politisch apathischen, an allem möglichen, aber nicht an schweizerischer Politik interessierter Jugend. Gerade hierzulande singt man an Universitäten und Fachhochschulen gerne das Lied der untergehenden Demokratiekultur. Und man belegt es mit mangelndem Institutionenwissen, das auf ein gänzlich fehlendes Zusammenhangswissen schliessen lässt.

Ich nehme die Hinweise ernst, aber nicht für die ganze Realität. Und ich zweifle, wenn man aus 1500 15 jährigen eine journalistisches Porträt eine ganzen Jugendgeneration zimmern will. Denn ich erlebe an meinen Vorträgen regelmässig das Gegenteil:

. Internationale Krisen interessieren junge Menschen. Sie wissen in der Regel, was der Bundesrat tut und unterlässt.
. Fragen des Alltagsgewalt und des Rassismus drängen viele Jugendliche. Sie erleben selber, was es heisst, wenn Schulen, Polizei und Nachbarschaftshilfen versagen.
. Proleme wie Jugendarbeitslosigkeit oder Einstieg ins Erwerbsleben betreffen angehende Stimmberechtigte direkt. Sie wollen hören, welche Parteien und Interessengruppen was dazu zu sagen haben, und welche nur schweigen.

Da ist doch das Problem: Politik ist keine Prüfung. Politik ist kein Eintrittstest. Politik ist Auseinandersetzung mit der eigenen Situation. Politik ist, seine Interessen in einen öffentlichen Diskussions- oder Willensbildungsprozess einzubringen.

Ich war an diesem Abend weder alarmiert, wie der “Bund”, noch enttäuscht, wie die Pädagogik-Forscher. Ich war vielmehr höchst erfreut, als sich eine junge Staatsbürgerin mir gegenüber outete: “Ich werde 2007 für den Nationalrat kandidieren! Wartet nur, bis ich komme …”

Der Vortrag an der Kanti Aarau