Volksabstimmungen zur Arbeitslosenversicherung sind in der Schweiz wiederkehren. 1993, 1997, 2002 konnten sich die Stimmberechtigten äussern, und am 26. September 2010 kommt es zur vierten ähnlich gelagerten Volksentscheidung innert 17 Jahren.
Keine der Vorlagen mobilisierte wirklich. Allerdings nahm die Stimmbeteiligung von Mal zu Mal zu. 1993 beteiligten sich weniger als 40 Prozent der Strimmberechtigten, 2002 waren es knapp 48 Prozent. Der Ausgang hing nicht direkt davon ab, allerdings schwand mit der steigenden Mobilisierung die Zustimmungshöhe tendenziell. 1997 scheitere die Revision an der linken Opposition mit 49,2 Prozent ganz knapp. 2002 war die politische Konstellation gleich, doch wurde die Vorlage mit 56 Prozent angenommen,
In allen Fällen war die Polarisierung zwischen dem bürgerlichen und linken Lager zentral. Die Anhängerschaften stimmten jeweils mehrheitlich wie die Parolen. Den Ausschlag gaben die Parteiungebundenen. Waren sie wie 1997 mehrheitlich dagegen, scheiterte die Vorlage, während sie durchkam, wenn eine Mehrheit der BürgerInnen ohne Parteibindung dafür stimmte.
Meist differenzierte das Resultat zwischen den Sprachregionen. Die stärke Zustimmung kam regelmässig aus der deutschsprachigen Schweiz, während die lateinische Schweiz skeptischer reagierte. Systematische Unterschiede entlang der Siedlungsart gab indessen nicht.
Die aktuelle Befragung zum Stand der Meinungsbildung bei der neuerlichen Revision zeigt belegt die zentrale Polarisierung zwischen den parteipolitischen Lagern. Eine eindeutige Zuordnung der Parteiungebundenen ist angesichts hoher Anteile Unschlüssiger noch nicht möglich.
Entsprechend sind auch die Mehrheiten unter den Beteiligungswilligen offen, wenn auch die bürgerliche Zustimmung zu einem Vorteil in der Startphase führt.
Noch kaum sichtbar ist die Differenzierung zwischen den Sprachregionen. Entweder entsteht dieser Effekt erst noch mit der Kampagne; dann ist mit einem Anwachsen der Ablehnung vor allem in der französisch- resp. italienischsprachigen Schweiz zu rechnen. Oder aber die entsprechenden Unterschiede wachsen sich aus, was dann das eigentlich Neue an der Entscheidung wäre.



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