Archive for the 'Keine Kategorie' Category

Volksabstimmung zur Arbeitsbeitslosenversicherungen im Vergleich

Volksabstimmungen zur Arbeitslosenversicherung sind in der Schweiz wiederkehren. 1993, 1997, 2002 konnten sich die Stimmberechtigten äussern, und am 26. September 2010 kommt es zur vierten ähnlich gelagerten Volksentscheidung innert 17 Jahren.

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Keine der Vorlagen mobilisierte wirklich. Allerdings nahm die Stimmbeteiligung von Mal zu Mal zu. 1993 beteiligten sich weniger als 40 Prozent der Strimmberechtigten, 2002 waren es knapp 48 Prozent. Der Ausgang hing nicht direkt davon ab, allerdings schwand mit der steigenden Mobilisierung die Zustimmungshöhe tendenziell. 1997 scheitere die Revision an der linken Opposition mit 49,2 Prozent ganz knapp. 2002 war die politische Konstellation gleich, doch wurde die Vorlage mit 56 Prozent angenommen,

In allen Fällen war die Polarisierung zwischen dem bürgerlichen und linken Lager zentral. Die Anhängerschaften stimmten jeweils mehrheitlich wie die Parolen. Den Ausschlag gaben die Parteiungebundenen. Waren sie wie 1997 mehrheitlich dagegen, scheiterte die Vorlage, während sie durchkam, wenn eine Mehrheit der BürgerInnen ohne Parteibindung dafür stimmte.

Meist differenzierte das Resultat zwischen den Sprachregionen. Die stärke Zustimmung kam regelmässig aus der deutschsprachigen Schweiz, während die lateinische Schweiz skeptischer reagierte. Systematische Unterschiede entlang der Siedlungsart gab indessen nicht.

Die aktuelle Befragung zum Stand der Meinungsbildung bei der neuerlichen Revision zeigt belegt die zentrale Polarisierung zwischen den parteipolitischen Lagern. Eine eindeutige Zuordnung der Parteiungebundenen ist angesichts hoher Anteile Unschlüssiger noch nicht möglich.

Entsprechend sind auch die Mehrheiten unter den Beteiligungswilligen offen, wenn auch die bürgerliche Zustimmung zu einem Vorteil in der Startphase führt.

Noch kaum sichtbar ist die Differenzierung zwischen den Sprachregionen. Entweder entsteht dieser Effekt erst noch mit der Kampagne; dann ist mit einem Anwachsen der Ablehnung vor allem in der französisch- resp. italienischsprachigen Schweiz zu rechnen. Oder aber die entsprechenden Unterschiede wachsen sich aus, was dann das eigentlich Neue an der Entscheidung wäre.

Managed Care – ein Begriff und eine Sache müssen popularisiert werden

Letzte Woche beschloss der Nationalrat, auf die Managed-Care-Vorlage einzutreten, und er verabschiedete sie als Durchbruch für die Kostensteuerung im Gesundheitswesen. Jetzt zeigt eine BürgerInnen-Befragung, was davon angekommen ist, und wo nicht Handlungsbedarf besteht.

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Diese Woche präsentierten wir den 14. Gesundheitsmonitor, der längsten bürgerbezogenen, einheitlichen Befragungsreihe in Gesundheitsfragen in Europa. Damit verfügt die Schweiz über eine Instrument der politischen Steuerung, dass sich nicht nur auf Auskünfte von Aerzten oder PatientInnen bezieht, sondern, wie es sich für eine direkte Demokratie gehört, von (versicherten) BürgerInnen ausgeht.

Drei Thesen lassen sich darauf aufbauend zur Managed-Care-Problematik entwickeln, welche die Politik auf ihrem Weg beherzigen sollte:

Erstens, im engeren Sinne in Managed-Care-Modelle einbezogen sind etwa 10 Prozent der Stimmberechtigten. Etwa doppelt so viele können sich vorstellen, miteinbezogen zu werden. Das ist eine Minderheit. Eine Mehrheit fühlt sich bisher nicht angesprochen, und wird staunen, wenn dereinst zwangsweise miteinbezogen werden sollte. Hier besteht eine erhebliche Kommunikationslücke. Angefangen beim Begriff, der weder auf englisch noch auf deutsch (”Integrierte Versorgung”) glücklich ist, und wohl besser als “Gesundheitsnetze” daher kommen würde.

Zweitens, sachlich gesehen ist der Zugang zu solchen Gesundheitsnetzen massgeblich. Den heutigen Standard regelt der Hausarzt oder die Hausäaerztin. Das muss erhalten bleiben und er darf nicht mehr kosten. Bestrafungssystem machen hier keinen Sinn. Sie werden nicht akzeptiert, allenfalls mit der Faust im Sack.Belohnungssystem werden nicht nur von der Oekonomie empfohlen, sie werden auch von den BürgerInnen unterstützt. Eine politische Kehrtwende ist hier noch möglich.

Drittens, letztlich hat das alles einen Hintergrund. Die meisten BürgerInnen empfinden die bisherige Gesundheitsdiskussion als Belastung. Vor allem für sie selber. Es wurde mehr Eigenverantwortung von ihnen verlangt, und ihre Kostenbeteiligung ist erhöht worden. Doch jetzt ist genug damit. Gerade nach dem letzten Sommer ist die Politik gefordert, nun auch die Leistungserbringer miteinzubeziehen, damit Kosten kontrolliert werden. Wenn Managed Care dazu etwas beiträgt – und das ist die ursprüngliche Idee des Konzept – ergibt sich auch eine gute Begründung für die wichtige gesundheitspolitische Neuerung.

Aus unserer Sicht gibt es da nur eine Schlussfolgerung: Wer Managed-Care zum Durchbruch verhelfen will, der muss bis zu einer politischen Entscheidung einen Begriff und eine Sache popularisieren.

Neue VOX-Analyse: Sprachminderheiten inskünftig besser berücksichtigt

Heute erscheint die VOX-Analyse zu den eidgenössischen Volksabstimmungen vom 7. März 2010. Die traditionsreiche Nachanalyse von Volksentscheidungen in der Schweiz basiert erstmals auf einer erweiterten Datenbasis.

Als die VOX-Analysen eidgenössischer Urnengänge 1977 gestartet wurden, basierten sie auf einer Befragung von insgesamt 700 repräsentativ ausgewählten Stimmberechtigten. 1986 ging man dazu über, 1000 Personen miteinzubeziehen, und mit der aktuellen Ausgabe sind es erstmals 1500. Seit 1995 werden die Daten nicht mehr mittels face-to-face-Interviews erhoben, sondern aufgrund computergesteuerter Telefoninterviews. Rund 75 BefragungerInnen des gfs-befragungsdienstes leisten dieses Arbeit in den ersten 10 Tagen nach der Volksabstimmung.

Die Erweiterung der Stichprobe wurde dank einer aufgestockten Unterstützung der Bundeskanzlei möglich. Basierend auf den Ueberlegungen, die zum neuen Sprachgesetz führten, beteiligt sich die Zentrale des Bundesrates beginnend mit 2010 für vier Jahre an der Verbesserung der Befragungsgrundlage. Neu werden 800 Personen in der deutschsprachigen Schweiz, 400 in der französischen und 300 in der italienischsprachigen befragt. Für gesamtschweizerische Aussagen werden sie ins richtige Verhältnis gesetzt, eröffnen aber so verbesserte sprachrgionale Aussagen.

Der Forschungsverbund, bestehend aus den politikwissenschaftlichen Instituten der Universitäten Zürich, Genf und Bern und dem Forschungsinstitut gfs.bern, wird die erweiterte Stichprobe inskünftig nutzen, um bei sprachregional signifikanten Unterschieden im Stimmverhalten, die Ursachenanalyse nach Sprache verfeinert vornehmen zu können. Dabei werden das Stimmverhalten nach Merkmalsgruppen sowie die Bewertung der Argumente für die deutsch-, französisch- und italienischsprachige Schweiz separat vorgenommen werden.

Die Krux mit “Prognosen”

Die SRG publiziert die Vorbefragungen zu Volksabstimmungen wieder, die unser Forschungsinstitut, gfs.bern, erstellt. Sie warnt davor, Ergebnisse zum Stand der Meinungsbildung automatisch als Prognosen interpretieren.

Der Anlass ist klar: Am 29. November 2010 wurde die Minarett-Initiative mit 57 Prozent der Stimmenden angenommen.
Die letzte Vorbefragung der SRG hatte noch 37 Prozent Zustimmung und 53 Prozent Ablehnung ergeben.

Direkte Prognosen sind das auf keinen Fall. Zum Beispiel wegen den Unentschiedenen, die 10 Prozent ausmachten, oder wegen der Teilnahme an der Abstimmung, die erst da einsetzt.

Beides änderte die letzten Zahlen, weshalb “punktgenaue Prognosen” und “prozentgenaue Fehlprognosen” so nicht möglich sind.

gfs.bern und die SRG sind sich dessen bewusst; die Prognose war denn auch nicht, dass dass die Inititive 37 Prozent Zustimmung erhalten werden. Vielmehr ging man von einem “atypischen Fall der Meinungsbildung” aus, wobei der “Ausgang unsicher” sei.

Zu den wichtigsten Lernprozessen, gehört, nicht eine beliebige Zahl heraus zu greifen und diese zu verabsolutieren. Sondern auch die Interpretationen, die geliefert werden, mitzuberücksichtigen.

Die Empfehlung des Fög-Gutachtens richtet sich an die Produzenten von Umfragen und deren Vermittler. Die Analyse der Berichterstattung ergab nämlich, dass die Sekundärzitierungen durch Zweitmedien zu fast der Hälfte die Ergebnisse und Wertungen der Umfrage überinterprierten.

Die SRG und gfs.bern werden sich an diese Empfehlung halten und Unsicherheiten deutlicher kommunizieren. Sie gehen davon aus, dass auch die nachgelagerten Vermittler ein Interesse haben, den Vorfall bei der Minaretts-Initiative zu vermeiden.

Die SRG publiziert die gfs-Umfragen vor Abstimmungen wieder

Die SRG SSR idée suisse wird künftig wieder Trendum­fragen vor eidgenössischen Abstimmungen publizieren. Generaldirektor Armin Walpen hat auf Empfehlung der Chefredaktoren-Konferenz SRG SSR beschlos­sen, den nach der Minarett-Abstimmung vom 29. November 2009 erlassenen Publikationsstopp aufzuheben.

Von der SRG SSR in Auftrag gegebene vertiefte Abklärungen haben unter anderem ergeben, dass die Diskrepanz zwischen den Resultaten der zweiten Minarett-Trendumfrage und dem Abstimmungsergebnis mit grosser Wahrscheinlichkeit auf ein «sozial erwünschtes» Antwortverhalten eines Teils der Befragten zurückzuführen ist. Das heisst, dass Befürworter der Initiative ihre Zustimmung entweder durch Verweigerung von Angaben oder durch falsche Antworten verborgen haben. Die SRG SSR und gfs.bern werden künftig bei Befragungen zu sensiblen Vorlagen besondere Vorsichtsmassnahmen treffen.

Eine erste externe und unabhängige methodische Überprüfung ergab, dass die Befragung nach international anerkannten Standards und nach bestem heute verfügbaren Wissen und Know-how durchgeführt worden ist.

Eine medial-politische Vertiefungsstudie der Universität Zürich, Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG) unter der Leitung von Prof. Kurt Imhof, kommt nun zum Schluss, dass die Befragung in einem Meinungsklima stattfand, das ein «sozial erwünschtes» Antwortverhalten von Befürwortern der Initiative stark begünstigt hat.

Laut FÖG haben SRG SSR und gfs.bern die Befunde der Umfrage durchaus differenziert kommuniziert. So wurde ausdrücklich festgehalten, die Meinungsbildung verlaufe atypisch für eine Initiative und der Ausgang der Abstimmung sei «unsicher». Eine systematische Medienauswertung ergab aber laut FÖG, dass diese Befunde der Umfrage in den Medien nur ungenügend aufgenommen wurden und dass fast die Hälfte der Medienberichte den Eindruck vermittelten, das Ergebnis der Abstimmung stehe schon fest.

Die SRG SSR und gfs.bern werden unter Berücksichtigung dieser Analyse bei künftigen Trendumfragen mit ähnlichem Konfliktmuster wie bei der Minarett-Initiative zusätzliche publizistische und methodische Begleitmassnahmen treffen. Dazu gehören nicht nur die wesentlich stärkere Beachtung eines möglichen «sozial erwünschten» Antwortverhaltens von Befragten, sondern auch Umfrage-Begleitstudien zum verbesserten Einbezug der Argumente und des Meinungsklimas. Diese Massnahmen haben zum Ziel, grössere Diskrepanzen zwischen dem Umfrageresultat und dem tatsächlichen Abstimmungsergebnis möglichst zu vermeiden.

Menschen. Meinungen. Märkte.

gfs.bern wird am 1. April volljährig, denn vor genau 18 Jahren eröffnete ich das damalige Berner Büro des GfS-Forschungsinstituts. Zuerst war es eine Zweigstelle des Zürcher Büros. 2004 wurden dann zwei verselbständigte Forschungsinstitute daraus, die zusammen den GfS-Befragungsdienst unterhalten. Jetzt geht es darum, die Zukunft unseres Instituts zu gestalten.

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Diese Woche erhielt das Berner Büro neue Firmenschilder, und schon bald werden alle MitarbeiterInnen neue Visitenkarten haben und neues Briefpapier benutzen. Im Verlaufe des Jahres wird die Website angepasst, und werden die Formate für Grafiken, Präsentationen und Berichte vereinheitlicht werden.

Zwei Gedanken prägen den erneuerten Auftritt: gfs.bern hat inskünftig zwei Kernkompetenzen: die Politik- und die Kommunikationsforschung. Beide sollen gleichwertig gepflegt werden. Im Politikbereich sind wir stark etabliert; der so generierte Umsatz wächst aber seit Längerem nicht mehr. Im Kommunikationsbereich ist es gerade umgekehrt: Wir sind hier erst seit rund 5 Jahren nahmhaft tätig, dafür legen wir hier mit jedem Abschluss zu. gfs.bern bleibt ein Forschungsinstitut; es wird keine Politik- und Kommunikationsberatung betreiben, wenn es zu den aufgeworfenen Fragen nicht selber Forschungsprojekte realisiert (hat). Bei diesen stehen drei Stichworte im Zentrum des Interesses, die neu auch den claim im Logo bilden:

Menschen: BürgerInnen, MediennutzerInnen und KonsumentInnen beschäftigen uns weiterhin zentral. Ihr Handeln, ihr Denken und ihr Fühlen zu erschliessen, ist und bleibt unsere Hauptaufgabe.

Meinungen: Vielfach reicht es nicht, alleine über Bestandesaufnahmen zu verfügen. Denn für Annahmen über das Kommende braucht man auch Trends. Erst aus der Entwicklung der Meinungsbildung kann man schliessen, was einen in der unmittelbaren Zukunft erwartet. Das für Staat und Unternehmungen zu leisten, ist unsere zweite wichtige Beschäftigung.

Märkte: Die Statik der Oeffentlichen Meinung ist vorbei. Zahllose Akteure nehmen heute auf sie Einfluss, und wer von ihr abhängig ist, tut gut daran, sich an ihrer Dynamik auszurichten. Unsere dritte Aufgabe ist es deshalb, politische und kommunikative Entscheidung im Abhängigkeit von Märkten zu untersuchen.

Wir hoffen, unsere geschätzte Kundschaft auch in Zukunft überzeugen und so auch erweitern zu können!

gfs.bern schliesst 2009 mit einem Rekord-Umsatz ab.

Das Forschungsinstitut gfs.bern erzielte 2009 mit 3.2 Millionen Schweizer Franken Umsatz Rekord-Umsatz. Mit einer Auffrischung der Corporate Identity will gfs.bern die in den letzten Jahren neu erarbeitete Position in der Kommunikationsforschung neben dem Standbein in der Politikforschung 2010 deutlicher zum Ausdruck bringen.

2009 erzielt das Forschungsinstitut gfs.bern einen Umsatz von 3.2 Millionen Schweizer Franken und übertraf damit den bisherigen Umsatzrekord aus dem Jahr 2007 (3.05 Millionen Schweizer Franken).

73 Projekte hat das Forschungsinstitut gfs.bern 2008 angefangen oder beendet. 36 Projekte leitete Claude Longchamp, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Lukas Golder leitete 20 Projekte und Urs Bieri 17; beide sind als Senior-Projektleiter Mitglieder der Geschäftsleitung.

Die zentralen Kundengruppen von gfs.bern sind Verbände und staatlichen Stellen, gefolgt von Medien und Kommunikationsfirmen. Branchenmässig sind Pharma, Elektrizität und Detailhandel die wichtigsten.

Die SRG als Kunde machte 2009 7 % des Umsatzes aus. Mehrere Kundenreaktionen zeigten, dass die Kontroverse um die Umfrage zur Minarett-Initiative zwar die mediale Reputation betraf, nicht aber das kundenseitige Vertrauen in die Leistungen. Auf diese guten und langfristigen Beziehungen zu Kunden will gfs.bern weiter bauen und sieht weitere Wachstumspotenziale.

Die seit 2005 schrittweise aufgebaute und erfolgreiche Diversifizierung in den Bereich der Kommunikationsforschung hat nun auch Eingang in die aufgefrischte Corporate Identity gefunden. Mit dem Claim “Menschen . Meinungen . Märkte” wird unsere Position der öffentlichen Meinung auf verschiedenen Märkten im Bereich Politik und Kommunikation deutlich gemacht. Wir wollen damit klarer noch als bisher den Markt der Analysen für Organisationskommunikation und für Issue-Analysen ansprechen. Die Kombination von Medienanalyse und Befragungen bei relevanten Anspruchsgruppen soll verstärkt in der Privatwirtschaft als Mittel zur Kommunikationsplanung und –umsetzung genutzt werden.

Stimmbeteiligung der Jungen sinkt

Eine systematische Analyse der VOX-Befragungen seit 2000 legt offen: Das Gewicht der Jungen bei Abstimmungen sinkt, weil sie sich immer weniger am Abstimmungen beteiligen.

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Die Stimmbeteiligung hängt in der Schweiz vom zugkräftigen Abstimmungsthemen ab. Ohne solche liegt sie zwischen 30 und 40 Prozent, mit solchen sind Teilnahmewerte über 50 Prozent möglich. Im Schnitt nehmen etwa 45 Prozent der Stimmberechtigten an eidgenössischen Volksabstimmung teil.

Das gilt für die unter 30jährigen eindeutig nicht. Zwar schwankt auch hier die Beteiligungshöhe mit den Abstimmungsthemen. Doch ist das Beteiligungsniveau immer tiefer. Und die Differenz nimmt zu.

In der Legislaturperiode 2004-2007 betrug der Unterschied in der Teilnahme der über resp. unter 30jährigen 21 Prozent. In der laufenden sind es 35 Prozent. Der Extremwerte wurde am 8. Februar 2009 erreicht. Damals betrug die Differenz satte 54 Prozent.

Daraus folgt auch, dass die mittlere Beteiligung der unter 30jährigen an eidgenössischen Volksabstimmungen sinkt. sie entwickelte sich im legislaturvergleich von 20 auf 14 prozent, während sie bei den über 30jährigen von durchschnittlich 41 auf 48 prozent stieg.

Ueber die Gründe kann man ohne weitere Untersuchungen nur spekulieren. Zwar tauchen Junge als Akteure in Form von Jungpartei immer wieder auf. Doch entsteht dadurch keine dauerhafte Identifikation mit der direkten Demokratie. Das gilt häufig auch dann wenn Junge ein Teil der Kampagnenargumente und der -werbund sind. Denn es gibt eine Norm zur Teilnahme. Diese ist wie bei allen themenabhängig, aber auf einem sehr tiefen Niveau. Und es gibt keine Hinweise darauf, dass immer die gleichen Jungen stimmen gehen. Vielmehr kommt es in erhöhtem Masse dazu, dass selbst die Mobilisierung fallweise ausfällt.

Das erschwert auch die Einschätzungen der politischen Entwicklungen in der jüngsten Generation. Denn die, die sich bei Abstimmungen äussern, nicht nicht nur nicht zahlreich, sondern immer wieder andere!

100. VOX-Analyse eidgenössischer Volksabstimmungen

Sitzfindige Zahlenkundler werden einen Einwand anmelden. Es sei die 101., nicht die 100., welche heute morgen erschien. In der Tat ist es die 101. Befragung, aber eben: erst zum 100. Abstimmungswochenende.

Das kam so: 2004 stimmt wir an einem Weekend über 9 Gegenstände ab. Eine Nachanalyse auf Befragungsbasis zu allen neu Gegensänden in einer Befragung hätte rund 1,5 Stunden pro Interview gedauert. Deshalb enschieden wir uns eine a- und eine b-Ausgabe zu machem zu diesem Abstimmungstag. Und so gibt es 101 Befragung zu 100 Abstimmungswochenenenden.

Die erste VOX-Analyse war am 13. März 1977. Seither sind alle Abstimmungssonntag lückenlos nNachbefragung, sind die Ergebnisse in einer Datenbank systematisiert wirde und werden die Hauptergebnisse im zirka 2 Monaten nach der Abstimmung der allgemeinen vorgesellt.

Die VOX-Analysen gehören seit zu den anerkannten Instrumenten der empirischen Politikforschung. WissenschafterInnen nutzen sie, Politiker schauen gespannt in die Ergbnisse, Medien berichten darüber, und PR-Leute nutzen sie für die Planung von Kampagnen. Schulen bestellen vor allem aussenpolitischen Themen dutzendweise, die Unterschungen im politischen Unterricht zu verwenden, und nicht selten informierten sich Diplomaten und ausländische Organisationen auf diesem Weg über die Schweizer Eigenheit im politischen System.

Die VOX-Analysen sind aus einer privaten Initiative hervorgegangen. Katalysator war die erste Ueberfremdungsinitiative von James Schwarzenback 1970, die beinahme reäusserte. In der Folge wertete man die Bedingungen des Jas und des Neins wissenschaftlich, um lehren für die Zukunft ziehen zu können. Beteiligung waren das die Schweizerische Gesellschaft für praktische Sozialforschung, die Wirtschaftsföderung in Zürich und etwas verspätet die Bundeskanzlei und die Universität Bern. Seit 1977 wird die VOX-Analyse regelmässig auf Befragungsbasis realisiert. Durchgeführt werden die Studien abwechslungsweise von einem der drei politikwissesnchaftlichen Institute der Universität Bern, Genf und Zürich, koordiniert werden sie von gfs.bern.

“VOX POPULI – VOX DEI”, lautete bei den Römern die höchste Realität. Heute geht sie nicht mehr von Gott aus, der seine Stimme auf sein Volk überträgt. Nein, sie geht vom Volk aus, und sie muss richtig verstanden werden. Deshalb VOX-Analysen!

gfs-Umfrage Minarette: Erhebungsmethoden korrekt, weitere Abklärungen zu Kommunikationseinflüssen

Die SRG SSR idée suisse wird im Vorfeld der eidgenössischen Volksabstimmung vom 7. März definitiv keine Umfragen publizieren und verzichtet deshalb auch auf die zweite Publikumsbefragung. Dies hat die Chefredaktorenkonferenz in Absprache mit dem Generaldirektor entschieden, da die vollständige Überprüfung der gfs-Umfrage zur Minarett-Abstimmung vom 29. November 2009 nicht rechtzeitig vorliegen wird und innerhalb nützlicher Frist keine abschliessende Beurteilung vorgenommen werden kann.

Die SRG-SSR-Chefredaktorenkonferenz hatte im Einklang mit Generaldirektor Armin Walpen wegen der unerklärbaren Abweichungen zwischen den Umfrageergebnissen des Instituts gfs.bern und dem Abstimmungsergebnis zur Minarett-Abstimmung vom 29. November 2009 bereits im vergangenen Dezember eine detaillierte Analyse eingeleitet und beschlossen, bis auf weiteres keine neuen Umfrageresultate zu publizieren. Im Sinne der Glaubwürdigkeit der SRG SSR und im Interesse des Publikums werden diese Abklärungen ohne Zeitdruck vorgenommen.

Eine erste Erkenntnis liegt bereits vor: Laut einer externen Analyse ist die gfs-Umfrage zur Minarett-Initiative methodisch korrekt und nach international anerkannten Standards durchgeführt worden.

Für die Abstimmung vom 7. März 2010 hat gfs.bern im Auftrag der SRG SSR eine erste Befragung durchgeführt. Die Erkenntnisse aus dieser Befragung werden in die Gesamtanalyse einfliessen, die Ergebnisse werden aber nicht publiziert. Ausserdem wollte die SRG SSR bereit sein, für den Fall, dass bereits Ende Januar die Analyse vorliegen würde. Auf die Durchführung einer zweiten Befragung vor dem 7. März verzichtet die SRG SSR, weil diese für die Analyse nicht zwingend ist und weil absehbar ist, dass eine abschliessende Beurteilung und allfällige Massnahmen nicht rechtzeitig vorgenommen werden können. Bei positivem Ausgang der Gesamtanalyse wird die SRG SSR die gfs-Umfragen für die Volksabstimmung vom 13. Juni im üblichen Rahmen wieder aufnehmen.

Internationale Massstäbe erfüllt
Die methodische Überprüfung der gfs-Umfrage vor der Minarett-Abstimmung durch ein externes Institut ergab, dass keine Unregelmässigkeiten vorliegen. Die Umfrage wurde korrekt und nach anerkannten internationalen Standards durchgeführt und kommuniziert. Unter anderem wurde auch die sogenannte «Only-Handy-Problematik» (Nichtbefragung von Menschen, die nur ein Mobiltelefon aber kein Festnetz besitzen) beurteilt. Gemäss der Experten-Beurteilung ist diese Gruppe gemessen an der Gesamtheit der Stimmberechtigten für Umfragen nicht relevant und daher vernachlässigbar.

Eine weitere externe Analyse, die die SRG-SSR-Chefredaktorenkonferenz in Auftrag gegeben hat, befasst sich mit den möglichen Ursachen der Diskrepanz zwischen den Umfrage-Ergebnissen und dem tatsächlichen Resultat der Abstimmung, mit dem politischen und medialen Umfeld während der Befragung und deren Wirkung. Diese wissenschaftliche Untersuchung braucht Zeit. Ziel der Gesamtanalyse und allfälliger Massnahmen ist es, Diskrepanzen zwischen Umfragewerten und effektiven Resultaten möglichst zu vermeiden. Sobald auch diese Analyseresultate vorliegen, wird die SRG SSR über die Publikation zukünftiger Umfragen entscheiden.

Unabhängig davon plant die SRG SSR, in einer umfangreichen und langfristig angelegten Studie die Bedeutung und Wirkung von Abstimmungsumfragen für die Meinungsbildung in der Schweiz untersuchen zu lassen. Mit dieser wissenschaftlichen Arbeit soll ebenfalls ein aussenstehendes Institut betraut werden.

Hochrechnung unbestritten

Die Hochrechnung am 7. März 2010 hat nichts mit Umfragen zu tun und wird von gfs.bern durchgeführt.
Quellen: SRG / gfs.bern

Kommentar von Claude Longchamp