Identität Schweiz 2009: In Zeiten des zunehmenden Drucks und Imageverlust wird eine offensivere Politik gewünscht

Trotz Wirtschaftskrise und zunehmenden Drucks auf die Schweiz bleiben die Stimmberechtigten Stolz, Schweizerinnen und Schweizer zu sein. Gewünscht wird aber neben einer offensiveren Schweizer Politik auch eine Schweiz, die sich wieder vermehrt an traditionellen Werten orientiert und auf das Einheimische ausgerichtet ist.

Erstmals wurde im Rahmen des Sorgenbarometers auch das Ansehen der Schweiz etwas genauer unter die Lupe genommen. Von Interesse war das von den Stimmberechtigten erwartete Image der Schweiz im Ausland. Gehen die Stimmberechtigten davon aus, dass das Image – wie in den Medien suggeriert – aufgrund der jüngsten Entwicklungen schlecht ist resp. gelitten hat?

Offensive gegen Imageverlust
Nun, schlecht ist das Image der Schweiz nach Ansicht der Stimmberechtigten nicht. Acht von zehn Befragten denken, dass das Ansehen der Schweiz im Ausland gut ist. Aber: Das Image hat für eine relative Mehrheit in den vergangenen zwölf Monaten gelitten. Diese Einschätzung erstaunt nicht, denkt man an die Diskussionen rund um das Bankgeheimnis, den Steuerstreit oder auch die Forderungen der OECD. Die Schweiz soll dem zunehmenden Druck aber nicht einfach klein beigeben. Vielmehr wünschen sich über zwei Drittel, dass die Politik die Anliegen des Landes offensiver vertritt.

Stolz vor allem rechts – aber nicht nur
Der angenommene Imageverlust und die als defensiv erlebte Schweizer Politik haben keinen Einfluss darauf, wie man sich als Schweizerin resp. als Schweizer fühlt. Der Anteil Stimmberechtigter, die sehr oder eher stolz sind, Schweizerin resp. Schweizer zu sein, bleibt auf einem hohen Niveau (83%) stabil. Mehrheitlich sehr stolz sind dabei Personen, die sich im politischen Spektrum rechts einordnen. Aber auch der Anteil Personen, die sich auf der politischen Achse links sehen, hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen (2005: 13%, 2009: 34%). Unbeeinflusst von der momentanen Lage bleiben Elemente der Schweizer Politik als Pfeiler des Schweizer Selbstverständnisses.

Nach wie vor sind die Stimmberechtigten besonders auf Eigenständigkeit/Unabhängigkeit und Neutralität stolz. Deutlichere Spuren zeigen sich demgegenüber bei Elementen der schweizerischen Wirtschaft, die nicht nur aufgrund der Diskussionen rund um das Bankgeheimnis zu weniger Stolz Anlass geben. Auch die wirtschaftliche Entwicklung dürfte diesbezüglich einen gewissen Beitrag geleistet haben.

Traditionsorientierung in unsicheren Zeiten

Die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst auch die Werthaltungen der Stimmberechtigten. In Zeiten der Krise orientiert man sich wieder stärker an traditionellen Werten. So wird nicht nur der Schutz der Traditionen wieder stärker betont, sondern auch die Bevorzugung des Einheimischen in der Wirtschaft. Die Schweiz resp. die Schweizer Wirtschaft muss geschützt werden. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Stimmberechtigten auf eine Schweiz stolz sind, die ihre Traditionen und Werte, aber auch ihre landschaftlichen Vorzüge hochhält.

http://www.sorgenbarometer.ch

0 Responses to “Identität Schweiz 2009: In Zeiten des zunehmenden Drucks und Imageverlust wird eine offensivere Politik gewünscht”


  1. No Comments

Leave a Reply