Wenige Wochen vor Beginn des Internationalen Jahrs der Biodiversität 2010 stellt eine unserer Umfragen fest, dass die die Hälfte der Schweizer Bevölkerung den Begriff «Biodiversität» kennt. Auch wenn die Betroffenheit gering ist, wird die Bereitschaft, für den Erhalt der Biodiversität aktiv zu werden, von einer Mehrheit geteilt.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen, dass der weltweite Verlust von Lebensräumen, Arten und genetischer Vielfalt innerhalb der Arten weitreichende ökonomische und ökologische Konsequenzen haben kann. Auch in der Schweiz gehen Fläche und Qualität wertvoller Lebensräume zurück und die Bestände bereits seltener Arten sinken weiter.
Eine repräsentative Befragung in der Schweiz zeigt nun aber, dass im Herbst 2009 jede zweite Person den Begriff «Biodiversität» wahrgenommen hatte. Die Studie macht auch deutlich, der Zustand der Biodiversität werde von knapp 70 Prozent der Erwachsenen als gut oder eher gut eingeschätzt, und nur rund 40 Prozent der Befragten glaubten, von einer Verarmung der Biodiversität persönlich betroffen zu sein. Die BewohnerInnen der Schweiz sind für Massnahmen, welche den den Erhalt der Biodiversität fördern. Wenn die eigene Lebensumgebung betroffen ist, zeigt man sich am schnellsten handlungsbereit. Gefordert sind in den Augen der Bevölkerung Bildung, Wissenschaft und Politik.
Die Eigenheiten des Biodiversitätsbewusstseins in der Schweiz kommt vor allem im Vergleich mit den 27 EU-Staaten zum Ausdruck, denn dabei zeigt sich, dass die Bevölkerung der Schweiz sowohl bezüglich Bekanntheit des Begriffs als auch in Hinblick auf das Problembewusstsein deutlich hinter den Nachbarländern herhinkt: In Deutschland, Österreich und Frankreich hatten 2007 bereits mehr als drei Viertel der Befragten den Begriff «Biodiversität» wahrgenommen, in Italien waren es zwei Drittel. Dieser Rückstand lässt sich im Wesentlichen durch den Umstand erklären, dass die politische Diskussion um die vom Parlament Ende 2008 in den Legislaturzielen verankerte Biodiversitätsstrategie in der Schweiz erst angelaufen ist, während dieser Prozess in der EU bereits rund zehn Jahre früher begonnen hat.
2 Responses to ““Biodiversität” ist im Alltag der SchweizerInnen angekommen”