Finanzmonitor 2009: Der common sense regiert unverändert

Als wir 2008 den Finanzmonitor publizierten, gab es unter Medienschaffenden eine Vermutung: Die Daten aus einer Bevölkerungsbefragung im Frühsommer 2008 seien im Herbst desselben Jahres schon veraltet gewesen. Denn das Hereinbrechen der Finanzmarktkrise in unsere Bewusstsein habe alles verändert.

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Die Ergebnisse des Finanzmonitors 2009 wiederlegen diese Annahme weitgehend. Das erstaunlichste Ergebnis ist nämlich die Konstanz in den Antworten der wiederum repräsentativ ausgewählten Befragten. Diese haben sehr wohl die Veeränderungen im wirtschaftlichen Umfeld wahrgenommen, bilanzieren diese kritisch und zeigen eine verbreitete Zukunftsskepsis. Doch betrachten sie das nicht, allenfalls noch nicht!, als Grund, die längerfristigen Zielen der Finanzpolitik in der Schweiz zu ändern. Vielmehr bestätigen sich die Präferenzen, die auch 2008 festgehalten wurden in vielen Bereichen:

. Eine generell restriktive Finanzpolitik, die versucht, mit den bestehenden Mittel auch neue Herausforderungen zu meistern, ist unter den BürgerInnen breit abgestützt.
. Wenn im Strategischen Aenderungen vorgenommen werdensollen, dann gelten Steuersenkungen unverändert als second best, Steuerhöhung nur als third best.
. Wenn die Steuermittel einmal nicht reichen, um die Aufgaben zu bewältigen, sind Ausgabenkürzungen angezeigt, wobei fast kein Bereich mehr ausgenommen wird.
. Wenn Ueberschüsse entstehen sollen, hat der Schuldenabbau vor Steuersenkungen Priorität

Verändert hat sich im Finanzmonitor vor allem die Wahrnehmung der Akteure: Zum Beispiel das der Finanzexperten in der Oeffentlichkeit, die rasch hüst und ebenso rasch hott empfehlen. Sie sind die eigetnlichen Glaubwürdigkeitsverlierer der Krise. Denn über allem thront in der Schweiz in einem recht selbstbewussten Republikanismus die Einschätzung, dass der common sense, der Bürgersinn, in Fragen der Steuern und der Oeffentlichen Finanzen zuverlässigere Einschätzungen liefere.

Zum Finanzmonior 2009

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