Das ist alles andere als schizophren!

Gestern publizierte unser Institut die bereits dritte Ausgabe des Mobiliätsmonitors. Das mediale Interesse am Verhältnis von Schweizer und Schweizerinnen zu ihrem Automobil war überdurchschnittlich gross, teilweise aber durch Unverständnis geprägt. Aus unserer Sicht eigentlich unerklärlich!

Drei klare Aussagen hatte der Bericht zur Verkehrsverhalten von Herrn und Frau Schweizer im Jahre 2009:

Erstens, eine überwiegende Zahl der Befragten hält das Automobil für unverändert unverzichtbar.
Zweitens, eine wachsender Anteil erwartet, dass der Individualverkehr ökologisch ausgerichtet werden kann.
Drittens, umweltgerechtes Verkehrsverhalten, das verbreitet sein soll, darf nicht allzu viel kosten.

Zu den spontanen Reaktionen von JournalistInnen gehörte mitunter, das sei “schlicht schizophren”.

Ich kann mich dem nicht anschliessen: Nie würde ich es wagen, die Resultate einer Erhebung, an der mehr als 1000 Menschen über ihre Einstellungen zu irgend einem Objekt Auskunft gegeben haben, pauschalisierend mit Begriffen aus der Pathologie zu psychologisieren.

Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen mag, vermochte nicht einmal die Vertreter der Automobilindustrie ernsthaft zu überraschen. Denn wer mit den Marktentwicklungen vertraut ist, kennt die Trends: Gerade in der Krise nimmt der Verkauf von Luxuswagen ab, während kleine, energiesparsame und kostengünstige Fahrzeuge 2008 ein Verkaufswachstum kennen.

Das hat beispielsweise auch die amerikanische Regierung bemerkt. Sie gab heute bekannt, mit 25 Milliraden Dollars Automobilwerke unterstützen zu wollen, die benzinsparende Vierräder produzieren und die erschwinglich sind. Wohl gemerkt: Nicht als staatliche Stützungsmassnahmen für die maroden Firmen der Autobranche, sondern als Darlehen für Automobilunternehmen, die den Trend erkannt haben und nachgefragte Verkehrsformen massenhaft ermöglich wollen.

Das ist alles ist Geschäft, nicht schizophren!

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