Die Vertrauensfrage spielt beim Abstimmungsverhalten eine grosse Rolle, so meine These. Am 17.5.09 könnte dies gleich doppelt der Fall sein:
In letzter Zeit war mehrmals vom Faktor “Image” die Rede, welcher das Wahlverhalten in geradezu mirakulöser Art und Weise beeinflussen soll. Wir haben hierzu kritisch Stellung bezogen. (Blogbeitrag 1 / Blogbeitrag 2)
Wenig zur Sprache kamen aber bisher die Vertrauensaspekte beim Stimmverhalten.
Bei der Biometriefrage spielt das Misstrauen gegen den Datenschutz des Bundes gegen die Vorlage, während das allgemeine Vertrauen in die Komplementärmedizin in der Ausgangslage die Chancen für die Vorlage als gut erscheinen lassen.
“Der biometrische Pass ist ein Schritt Richtung Überwachungsstaat: 64% der Stimmberechtigten stimmen diesem Argument gegen die biometrischen Pässe voll oder eher zu. Nur 32% hegen solche Befürchtungen nicht.
Gerade in der heutigen Zeit, wo der Bundesrat oft in der Kritik steht, scheint eine Vertrauenskrise entstanden zu sein, welche die Chancen dieser Behördenvorlage verringert. Noch die Abstimmung vom 9. Februar 09 war gemäss der VOX-Analyse auch ein Ausdruck des Vertrauens in den Bundesrat. Seit dem 18. Februar und allen Entscheidungen rund um das Bankgeheimnis könnte dieser Vertrauensbonus ins Rutschen gekommen sein.

In der Krise vertraut man dem Akupunkteur eher als dem Bundesrat
Auf der anderen Seite denken 57%, dass die Komplementärmedizin oft günstiger ist als die Schulmedizin und dies obwohl die Schulmedizin immer wieder die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit der Komplementärmedizin in Abrede stellt. Offenbar vertraut man der Nadel der chinesischen Akupunkteurin in der heutigen Zeit mehr als den Argumenten des Bundesrats.
Ich bin gespannt, ob sich diese These auch noch in der VOX-Analyse zur Abstimmung vom 17. Mai bestätigten lässt.
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