Kritik ohne Rückfrage

Die NZZ und ihr Chef-Anti-Demoskop aus der Redaktion wissen selbst alles besser, deshalb greifen sie Umfragen regelmässig an. Das ist schade, denn in der NZZ-Redaktion hat es Menschen, die viel wissen über die Meinungsbildung bei Abstimmungen. Dank den Modellen und Umfragen von gfs.bern


Hauptsitz der Neuen Zürcher Zeitung

Die von uns durchgeführten SRG SSR idée suisse Umfragen im Vorfeld von Abstimmungen konnten sich als Informationssystem vor Abstimmungen etablieren. Sie sind eine wertvolle Plattform und ein wichtiger Aufhänger für Berichte in elektronischen Medien über die Abstimmung, den Kampagnenverlauf und aktuelle Meinungsbilder beim Volk.

Umfragen werden oft missinterpretiert als Prognosen. gfs.bern ist sehr aktiv in der Vermittlung, dass die Trends oft mehr aussagen als die aktuellen Meinungsbilder. Nur die Kombination aus Trends und Modellen der Meinungsbildung ergeben vorsichtige Rückschlüsse auf ein mögliches Resultat. Deshalb ist es sehr wichtig, mindestens zwei Umfragen im Vorfeld von Abstimmungen zu publizieren, und die Anteile, die sich noch keine Meinung gebildet haben, auszuweisen und die Modellannahmen zu treffen!

Hier ist ein konkretes Beispiel: Erstanalyse der Abstimmung über die AHV-Initiative

Die Modelle sind aus der Analyse zahlreicher Meinungsbildungen bei Abstimmungen entstanden. Auf den Dispositionsansatz zum Meinungsverlauf bei Abstimmungen verweisen wir bei jeder Publikation. Als Politikwissenschafter sollten auch die Politologen der NZZ-Redaktion davon Kenntnis haben. Die Meinungsbildung beim Asyl-Referendum und der AHV-Initiative entsprechen praktisch perfekt unseren Modellen. Es stellt sich damit nicht die Frage nach dem Sinn von Demoskopie im Vorfeld vom Abstimmungen, sondern nach dem Sinn von Artikeln, die etwas kritisieren, was richtig war.

Der wahre Sinn lässt sich wohl in einem Hintergrund der NZZ suchen: Eliten haben oft das Gefühl, was sie denken sei richtig. Insbesondere Journalistinnen und Journalisten wissen gerne selbst, was das Volk denkt. Bei der NZZ kombiniert meines Erachtens beides zum Nachteil: elitäres Denken und Journalismus. Das ist sicher keine gesunde Mischung.

(Quelle: NZZ-Artikel vom 25.9.2006, Inland Aufschlagseite 9, mit Online-Abo NZZ: Dossier Abstimmung vom 24.9.2006)

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