Internetnutzung in Abstimmungskämpfen

Am 8. Februar 2009 stimmten die 50,9 Prozent Stimmberechtigte, die sich an der Volksabstimmung zur Weiterführung und Erweiterung der Personenfreizügigkeit beteiligten, zu 59,6 Prozent für die Vorlage von Regierungs- und Parlament. Nun liegt die VOX-Analyse hierzu vor, woraus wir hier ein Ergebnis unter vielen, nämlich das zur Internetnutzung, herausgreifen.

Grafik Internetnutzung in Abstimmungskämpfen
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In der Retrospektive zum Abstimmungskampf wurde vielfach betont, es sei der erster richtige Internet-Abstimmungskampf in der Schweiz gewesen. Das war eine qualitative Wertung. Mit der VOX-Analyse, die im Nachgang zur Entscheidung auf Befragungsbasis erstellt worden ist, kommen auch quantitative Befunde hinzu, welche die Auffassung stärken.

21 Prozent der Teilnehmenden (oder 11 Prozent der Stimmberechtigten) nutzten in den Wochen vor der Entscheidung dieses Medium, um sich zu informieren. In zeitlichen Vergleich waren das so viele wie noch nicht zuvor in der Schweiz. Zwischen 2004 und 2007 lagen die Werte regelmässig zwischen 9 und 15 Prozent der Teilnehmenden. Die schweizerischen Wahlen Ende 2007, aber auch die US-amerikanischen Ende 2008 liessen sie in die Höhe schnellen.

Die Mobilisierungsvideos erreichten insgesamt 14 Prozent der Stimmenden. Das sind rund 350′000 Personen, die sich dann auch beteiligten. Damit war es das wohl am meisten genutzte Elemente aus den neuen e-Angeboten.

Die Auswertung der VOX-Analyse erhellt, dass die neue Internetnutzung in Abstimmungskampfen anders als vielfach angenommen wird, keine exklusive Gepflogenheit der jüngsten Generationen sind. Vielmehr erreicht die Nutzung in den Altersgruppen der 18-60jährigen überdurchschnittliche Werte.

Die schwer kontrollierbare Verbreitung des Mobilisierungs-Videos von BürgerIn-zu-BürgerIn mit den Mitteln des viralen Marketings führte dazu, dass es bei weitem nicht nur von SchweizerInnen, von Teilnehmenden und von BefürworterInnen gesehen wurde. Es gilt aber: Wer es gesehen hatte wurde über dem Mittel zur Stimmabgabe für die BefürworterInnen motiviert.

Man kann es auch so sagen: Internet als Mobilisierungsmittel in politischen Kampagnen kann mit den neuen Instrumenten, die im amerikanischen Wahlkampf erprobt wurden, auch in der Schweiz in den letzten 2 Wochen erfolgreich eingesetzt werden, um die eigene Positionen zu verstärken. Diesmal stimmte die Botschaft und das Ueberraschungsmoment, was dafür spricht, solche Aktionen ein ander Mal nicht einfach kopieren zu wollen, sondern den Verhältnissen entsprechend einzusetzen.

1 Response to “Internetnutzung in Abstimmungskämpfen”


  1. 1 Christian Schenkel

    Die Frage ist, ob es sich hier tatsächlich um einen Trend oder um eine Ausnahme handelt, weil der Fall Gäthke (http://www.come-to-switzerland.com/) in den Massenmedien ein relativ breites Echo gefunden hat.

    Finde es jedenfalls super, dass ihr in der Analyse die Online-Kommunikation ebenfalls berücksichtigt und bin auf weitere Resultate gespannt. Schöne wäre eine Abfrage nach Newsportalen (traditionelle Verlage), Blogosphäre und Soziale Netzwerke. Leider kann ich das nicht finanzieren ;-)

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