Ich beobachte nun schon eine ganze Weile Bauprojekte auf städtischer oder kantonaler Ebene. Und diese Erfahrungen haben mich durchaus konditioniert: Wird ein abgelehntes öffentliches Bauvorhaben an mich herangetragen, gehe ich automatisch davon aus, dass die öffentliche Hand wieder einmal an der sogenannten “Bauen-mit-Kosten”-Faustregel gescheitert ist: Fallen beim geplanten Bau Kosten an, finden sich immer Gruppen unter den Stimmbürgern, welche zwar Nichts gegen den Bau, wohl aber Etwas gegen die Kosten haben. So geschehen in der Stadt Thun, in der Stadt Luzern oder im Kanton Thurgau, wo die Kritik an den Kosten als Entscheidkriterium immer mehr oder weniger dominant mitschwang.
Nicht so in Aarau! Die Aarauer StimmbürgerInnen lehnten das geplante Superleague-Stadion für den FC Aarau zwar ab, taten dies explizit aber nicht aus Kostengründen! Das Misstrauen gegenüber einer Mantelnutzung, oder genauer: gegenüber dem geplanten Einkaufszentrum war der mit Abstand wichtigste Grund für die Ablehnung. Mit den Kosten gaben sich die Aarauer Unrnengänger einverstanden, und könnten mit einer neuen, gleichteuren, Vorlage problemlos leben, vorausgesetzt man verzichtet auf das Einkaufszentrum. Aktuell überlege ich intensiv, ob ich nun meine Faustregel anpassen muss – anstatt “Bauen-mit-Kosten” neu “Bauen-ohne-Einkaufszentrum”?
Wer sich für die Studie interessiert wird hier fündig.
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