Vorumfragen zu den Volksabstimmungen eindrücklich bestätigt

68 Prozent haben Ja gesagt zum neuen Zulagengesetz für Familien und Kinder. 53 Prozent haben die Osthilfe befürwortet. 45 Prozent haben an den jüngsten Volksabstimmungen teilgenommen. Die Umfrage-Ergebnisse der Vorbefragungen sind damit eindrücklich bestätigt worden.

Zwei Wochen vor der Abstimmung hielten wir fest:

. 46 Prozent der Stimmberechtigten wollen sich in der Volksentscheidung äussern, Tendenz weilgehend stabil;
. 49 Prozent sind für die Osthilfe, 37 Prozent sind dagegen; von den Unentschiedenen dürften der grössere Teil ins Nein gehen;
. 70 Prozent sind für die Kinderzulagen, 11 Prozent sind unentschieden; Trends keine sichtbar;
.der Stichprobenfehler beträgt rund +/-3 Prozent.


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Berücksichtigt man sichtbare Trends, und extrapolitiert man diese von den letzten Erhebungen auf den Abstimmungstag, kommt praktisch genau auf die Abstimmungsergebnisse. Die Zuverlässigkeit von gut gemachten Befragungen vor Volksabstimmungen ist einmal mehr belegbar geworden.


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Damit dies möglich ist, braucht es aber mehreres gleichzeitig; vor allem ist ein sinnvoller Umgang mit Umfrageresultaten nötig:

Erstens, politische Umfragen sind Momentaufnahme, keine Voraussagen; deshalb sollte man nie nur eine Umfrage in Betracht ziehen.
Zweitens, in Umfrageserien ist die letzte Erhebung massgeblich, nicht die erste; deshalb sollte man nie nur auf die ersten Messwerte abstellen.
Drittens, es sind Meinungsaufbau (=Abbau von Unschlüssigen) und Meinungswandel (=zum Beispiel Wandel vom Ja ins Nein) möglich; deshalb sollte man in sinnvollen Szenarien denken, wenn man Trendannahmen macht.

Die Auswertung der jüngsten Befragungsergebnisse zeigt, dass dies Annahmen nicht nur gesamtschweizerisch sinnvoll sind, sondern auch sprachregional gelten, wenn auch in differenzierter Weise. Bei der Abstimmung über die Osthilfe stieg der Ja-Anteil während der Kampagne in der europafreundlichesten Romandie am meisten, und sank er in der europaskeptischsten italienischsprachigen Schweiz am deutlichsten. In der deutschsprachigen Schweiz kam es nicht zu einem Meinungswandel, sondern zu einem Meinungsaufbau. Unsere Arbeitshypothese für das nächste Mal lautet: Die Mehrheitskultur in einer (Sprach)Region scheinen einen eigenen Einfluss auf die unschlüssigen BürgerInnen zu haben.