Sorgenbarometer 2006: Wirtschaftsidentität und wirtschaftliche Sorgen der Jungen

18-29jährige sorgen sich deutlich am stärksten um die Arbeitslosigkeit. Gegenüber der Wirtschaft haben sie aber ein unverkrampftes Verhältnis und sind auf viele Elemente unserer Wirtschaft sehr stolz.

Mit 75% reihen die 18-29jährigen in der Tendenz noch stärker als alle anderen Stimmberechtigten die Arbeitslosigkeit an erster Stelle ein. Die steigende Arbeitslosigkeit der 90er-Jahre ist zu einem gesellschaftlichen Problem geworden und ist mittlerweile auch für ökonomisch gut Situierte, die unter einigermassen sicheren Bedingungen arbeiten, eine Topsorge. Der kalte Wind der Arbeitslosenzahlen hat auch durch die Schulräume der Jungen von heute geweht. Sie wissen, dass die Wirtschaft nicht einfach so auf sie wartet und sie sind sehr daran interessiert, den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen und mit der festen Anstellung auch einen festen Platz im Arbeitsleben zu finden.

Der Stolz der Jungen auf Elemente der Schweizer Wirtschaft ist aber gross, grösser als auf viele politische Elemente. Ihre Vorbehalten gegenüber dem politischen System sind eher noch grösser. Ihr Ruf an das politische System lautet aber ganz konkret: Verstärkte Bildungsförderung. Auch hier kommt zum Ausdruck, dass man sich für die Wirtschaftswelt möglichst optimal rüsten will. Und individuell wünscht man sich ganz einfach eine wirtschaftlich gesicherte Situation.

Die 18-29jährigen sind demnach eine ökonomisch stark sensibilisierte Altersgruppe. Abstrakte politische Themen sind ihnen weniger nah’ als die konkreten Bedürfnisse einer Wirtschaft, auf die sie generell sehr stolz sind. Die wirtschaftlichen Bedürfnisse wollen sie mit guter Bildung auch erfüllen. Hier sehen sie mit dem lauten Ruf nach verstärkter Bildungsförderung eine klare Rolle des Staates. Der Staat soll handeln, damit sie von ihrer grössten Sorge nicht selbst betroffen werden: Der Arbeitslosigkeit.

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