Eigenlob stinkt. Diese Binsenwahrheit findet nicht nur im Alltag, sondern gerade auch in der Bloggerszene viel Zustimmung. Lob in eigener Sache als Blogbeitrag wird, vor allem wenn er aus Firmenmund kommt, schnell in der “Schublade des Verpönenswerten” verstaut. Mir ist das bewusst, dennoch treibt das Gefühl der Freude manchmal seltsame Blüten, gerade auch bei mir.
Und Freude habe ich, nämlich Freude an unserer neusten Innovation aus dem Hause gfs, nämlich unser topmodernes NEBU-unterstütztes Telefonlabor. Seit dem 1.1.2007 führen wir alle Befragungen in Zusammenarbeit mit dem gfs-befragungsdienst auf diesem neuen System durch und sind mit der Qualität hochgradig zufrieden. Neben dem üblichen technischen Schnickschnack, den auch andere Telefonlabors bieten, wie Mithörkontrolle, Wählcomputer, intuitive Interviewersteuerung und ideal definierte Schnittstellen zu nachgelagerter Statistik-Software (mit denen ich die werte Blogger-Gemeinde nicht weiter langweilen will), bietet das neue dezentrale Telefonlabor zwei eminente Vorteile:
-Durch eine geniale Verknüpfung verschiedener Module kann das Interview nach einmaligem Programmieren nicht nur mittels verschiedener Methoden (telefonisch, online, schriftlich, persönlich) durchgeführt werden (das ist gut für uns), sondern ist ebendiese Methodenwahl während laufendem Interview wechselbar (das ist gut für den Interviewten). Ich kann ein Interview telefonisch starten, in der Mitte dem Interviewpartner einen Teil zum Online-Ausfüllen übergeben, um gegen Ende mein Laptop zu packen, und den Rest des Interviews noch direkt am Bildschirm bei meinem Interviewpartner zu Hause auszufüllen. All dies, ohne dass ich als Interviewer mehr machen muss, als das was ich am besten kann – Interviews durchführen.
-Alle telefonischen Interviews werden mit diesem neuen System, in Kenntnisnahme durch den Interviewpartner, vollständig elektronisch gespeichert und indexiert. Ich kann so auch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal in die Interviews reinhören und beispielsweise verifizieren, ob die Befragten bei Frage 17 lange überlegen mussten, oder die Antwort wie aus der Pistole geschossen kam.
Beide Punkte bringen für mich Meinungsforschung wieder ein kleines Stück weiter dorthin, wo sie mir am liebsten ist: Nämlich Interviews nicht als Prüfung von Allgemeinwissen unter erschwerten Umständen, sondern als offenes, faires und aufrichtiges Gespräch mit Wohlfühlfaktor einerseits, und Befragungen unter kontrollierbaren und replizierbaren Bedingungen als Qualitätsgarantie andererseits. Deshalb habe ich Freude, und deshalb lasse ich stinkendes Eigenlob für einmal einfach seinen Geruch entfalten.
Weitergehende Informationen finden sich in einem Referat Referat von Georges Ulrich anlässlich der Jahrestagung des Verein GfS.

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