“Technische Kurzberichte” zu Umfragen

Die Branchenvereinigung VSMS, in der die relevanten Umfrageinstitute der Schweiz zusammengeschlossen sind, verlangt von ihren Mitgliedern, dass sie, beispielsweise bei Wahl- und Abstimmungsbefragungen, die technischen Angaben zu den Umfragen publik machen.

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Erwähnt werden muss minimal , wer der Auftraggeber ist, wer die Umfrage verantwortet, wie die Stichprobe war, wann befragt wurde, und was die statistischen Aussagegrenzen sind.

Seitens der Umfrageinstitute ist das heute kaum mehr ein Thema; es wird routinemässig erledigt. Es soll den KonsumentInnen von Umfragen zeigen, was man aus einer Umfrage ableiten kann und was nicht. Das Forschungsinstitut gfs.bern hat seinerseits die diesbezüglichen Informationen auf der eigenen Website ausgebaut, und publiziert die technsichen Angaben zu allen veröffentlichten Umfragen regelmässig. Im aktuellen Fall der abstimmungsbezogenen Umfrage für die SRG SSR idée suisse bedeutet dies:

  • Grundgesamtheit: Stimmberechtigte in der ganzen Schweiz.
  • Erhebungsmethode: CATI (computerunterstützte Telefoninterviews).
  • Befragungszeitraum: 14. April bis 19.April 2008
  • Mittlerer Befragungstag: 15.April 2008 (Median)
  • Stichprobengrösse: Total N=1207, Abstimmungsteilnahmewillige n = 781
  • Stichprobenbildung: sprachregional geschichtete, doppelte Zufallsauswahl (Haushalte, BewohnerInnen)
  • Statistischer Stichprobenfehler: +/- 2.9 Prozentpunkte (bei N = 1207), +/- 3.6 Prozentpunkte (bei n = 781) beide bei 50%/50%-Verteilung und 95% Wahrscheinlichkeit.

Dennoch sind die Diskussion über die technischen Berichte zu Umfragen nicht abgeklungen. Das hat zwei Gründe:

Erstens, Nicht-Mitglieder der Branchenvereinigung müssen sich nicht an die Vorgaben halten. Das betrifft vor allem ausländische Institute, die in die Schweiz drängen, und sich in der Regel nicht um eine Verbandsmitgliedschaft in der Schweiz kümmern resp. sich auch nicht an den etablierten Standards orientieren.

Zweitens, Medien sind besondere Kunden, denn sie sind gleichzeitig auch wichtige Verbreiter von Umfrageergebnissen. Die Entwicklung bei den Medien, technische Berichte weiterzugeben verläuft unterschiedlich; einige sind hier aktiver, die meisten passiv. Das gilt vor allem dann, wenn es sich um kurze Meldungen zu Ergebnissen handelt.

Es laufen gegenwärtig Diskussionen, wie das verbessert werden kann. Unmittelbarer Ansatzpunkt ist der regelmässige Dialog mit dem Medienkunden. Mittelbar ist denkbar, dass der Verband der Umfrageinstitute interveniert, wenn sich ein Medium nicht an die Vorgaben hält. Am besten wäre es, der Presserat würde hier Klarheit schaffen, Vorgaben machen und als Organ der Massenmedien selber intervenieren.

Ein gutes Beispiel aus unserer Sicht, das für die aktuellen Veränderungen steht, die in dieser Hinsicht stattfinden, kann man hier nachschlagen.

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