Initiative für demokratische Einbürgerungen
Im Argumente-Test schwang eine Aussage der Initianten obenaus: 66% der Befragten stimmten dem Argument zu, gerade angesichts der Kriminalität unter eingebürgerten Jugendlichen sei es wichtig, dass die Gemeinden volle Entscheidungsfreiheit bei Einbürgerungen hätten. Die beiden anderen Argumente der Initianten, es gebe zu viele Einbürgerungen oder die Einbürgerung sei ein politischer Entscheid, fanden keine absolute Mehrheiten. Andererseits befürworteten 83% das Nein-Argument, es brauche wirksamen Schutz gegen Diskriminierung und 70% waren der Meinung, es müsse einen Schutz vor Willkür geben. Sogar 83% sagten, abgelehnte Einbürgerungen müssten zwingend begründet werden.
Insgesamt betrachten die Politikwissenschafter von gfs.bern den Ausgang der Abstimmung über diese Initiative als „offen“.
Initiative „für Volkssouveränität und gegen Behördenpropaganda“
Die aus rechtsbürgerlichen Kreisen lancierte Initiative „Volkssouveränität statt Behördenpropaganda“ hat einen schweren Stand: 57% lehnten das Begehren in der Befragung ab, 27% hätten Ja gestimmt. In allen Wählerschaften der Parteien SP, CVP, FDP und der Grünen wird die Initiative mit absoluter Mehrheit abgelehnt. Bei der SVP, die als einzige grosse Partei das Volksbegehren unterstützt, überwiegt die Zustimmung an der Basis mit 44% Ja und 38% Nein. Über 80% der Befragten waren der Meinung, die Stimmberechtigten hätten das Recht, über die Haltung des Bundesrates vor Abstimmungen informiert zu werden und die Regierung die Möglichkeit haben müsse, auf falsche oder irreführende Äusserungen von Privaten reagieren zu können.
Gesundheitsartikel
Beim neuen Verfassungsartikel „für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Krankenversicherung“ sind wesentlich mehr Befragte als bei den beiden Initiativen noch unschlüssig (20%). Der hohe Ja-Anteil von 61% für diese Vorlage erklärt sich mit der positiven Bewertung der Ziele dieser Vorlage. So sind 87% der Befragten der Meinung, dass Reformen im Gesundheitswesen nötig seien. 67% befürworten das Pro-Argument, der Wettbewerb im Gesundheitswesen führe zu einer besseren Kostenkontrolle. Gleichzeitig finden aber 85%, die freie Arztwahl dürfe nicht eingeschränkt werden und ebenfalls 85% sind der Ansicht, die Macht der Krankenkassen dürfe nicht weiter wachsen, zwei Argumente der Gegner also, die von den Befragten klar befürwortet werden. Mit dem Kontra-Argument, der Artikel führe zu einer Zweiklassenmedizin, sind 49% einverstanden, 37% sind gegenteiliger Meinung. Der hohe Anteil Unentschlossener und die zum Teil widersprüchliche Bewertung der Argumente lassen laut gfs.bern den Schluss zu, dass die Meinungsbildung zu dieser Vorlage erst eingesetzt hat und die Kampagne der Gegner der Vorlage noch nicht substantiell wahrgenommen worden ist.
Stimmbeteiligung
Bei der gesamten Befragung zu Beginn der Abstimmungskampagne bekundeten 41% die Absicht, am Urnengang teilzunehmen. Dies entspricht einem leicht unterdurchschnittlichen Wert gegenüber bisherigen Abstimmungen.
Die technischen Angaben im Detail hier.
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