Machs gut, gfs.bern

Nach fast vier Jahren ist es nun vorbei. Es waren vier gute, vier anstrengende, vier spannende Jahre, und wie das manchmal so ist, gehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Vier Jahre lang habe ich bei gfs.bern gearbeitet, habe dort, wenn man so will, nach der Uni noch meine „Lehre“ in Politikwissenschaft gemacht, erst als „Lehrtochter“ bei Lukas Golder und Claude Longchamp, dann als „Gesellin“ bei Claude.

Bianca Rousselot, ummittelbar nach ihrem letzten Auftritt für gfs.bern im Regierungsgebäude von Liechtenstein

Wusste ich vorher theoretisch etwas über Politik und Wissenschaft, über Methoden und Fussnoten, habe ich hier das Handwerk gelernt.

Ich weiss jetzt, wie man Methoden auch anwendet, ich weiss jetzt, wie man Daten findet, generiert und zuletzt auch analysiert, so, dass man daraus einen Mehrwert schaffen und diesen auch kommunizieren kann. Und ich weiss jetzt, dass es für gute Ideen nicht immer Fussnoten braucht.

Ich habe etwas gelernt über Schweizer Politik, das über die üblichen Lehrbücher hinausgeht. Ich habe Einblick gehabt in Zusammenhänge, von denen ich vorher noch nicht einmal wusste, dass sie existieren. Und ich habe gelernt, dass es verschiedene Arten und Weisen von Wissen(schaft) gibt.

Ich habe viele spannende, interessante und komplexe Personen getroffen, in meinem Team, und auch ausserhalb. Besonders meine Kollegen beim gfs.bern werde ich vermissen – die Hellraiser-Tasse und das Gegrummel von STO, die Mittagsgespräche über Golf und Völkerrecht mit UBI, die Apéro-Pläne und das Ausführen derselben mit MAB, die 700-Toilettenpapier-Rollen-Bestell-Aktion von SRA, die Shirin-Telephonate von LBO, die Erinnerungen an Uyuni mit MIM, die Ferienguthabenausdrucke von TBI, die Diskussionen über Methodologie und Frauen mit LGO (meistens nicht beides gleichzeitig), die Freude über das Eintippen der letzten Vereinsadresse von JKO, und sogar schon die BRO-MBU-CLO-schüre mit MBU und das gute Sport-über-Mittag-Beispiel von LKO. Und nicht zuletzt natürlich die Stadtwanderungen, Zugfahrten und Präsentationen mit dem Lehrmeister selber, bei denen ich manchmal mehr gelernt habe als in machen semesterlangen Seminaren.

Euch allen möchte ich für die Zusammenarbeit danken.

Das, was ich in den letzten vier Jahren gelernt und verlernt habe, werde ich mit an die neue Stelle nehmen und versuchen, es dort anzuwenden. Vielleicht gelingt es mir dabei sogar, immer wieder an die Kreuzung zwischen Wikipedia und Akademia zurückzukehren und mal den einen, mal den anderen Weg zu gehen – resp. beide gleichzeitig.

Ich wünsche dem gfs.bern als Institution und Euch allen als Personen das Beste. Macht es gut!

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