Im Schnitt auf 1 Prozent genau

Die Nationalratswahlen 2007 sind vorbei. Die provisorisch amtlichen Endergebnisse liegen vor. Sie lassen einen Vergleich zu den letzten Wahlbarometern zu. Tabelle mit Wahlbeteiligung und den 5 Parteien effektiv, letzte Befragung, Trend letzte Befragungen Demnach kann man festhalten:

Partei Wahlen 2007
Letztes Wahlbarometer Resultat Differenz
SP 21.7 19.5 2.2
GrĂĽne 10.0 9.6 0.4
FDP 15.5 15.6 0.1
CVP 15.4 14.6 0.8
SVP 27.3 29.0 -1.7
Durchschnittliche
Abweichung
1.04
Differenz Befragung – Wahltag 22 Tage

Das Wahlbarometer hielt richtig fest:

. dass die Wahlbeteiligung steigen werde,

. dass die SVP, die Grünen und die CVP WählerInnen-Stimmen gewinnen werden,

. dass die SP und die FDP weniger WählerInnen-Anteile haben werden als 2003.

Der Schnitt der Abweichung zwischen der letzten Befragung und dem vorläufigen Endergebnis bei den 5 grössere Parteien beträgt 1 Prozent. Bei der Wahlbeteiligung sind es 1,2 Prozent. Am genauesten war das Wahlbarometer bei der FDP. Die Differenz liegt schliesslich bis 0,1 Prozent. Bei den Grünen beträgt der Unterschied 0,4 Prozent, und bei der CVP sind es 0,8 Prozent. Etwas grösser sind die Unterschiede bei SP und SVP. Der Aufstieg der SVP wurde zwar richtig ausgewiesen, das Mass jedoch um 1,7 Prozentpunkte unterschätzt. Ebenso bei der SP: Auch hier wurde ein Rückgang in der Umfrage ausgewiesen, er fiel aber um 2,2 Prozentpunkte grösser aus als im letzten Wahlbarometer.

Der Grund ist offensichtlich. Die Ereignisse vom 6. Oktober 2007 in Bern konnten durch das Wahlbarometer nicht erfasst werden. Die Befragung musste am 5. Oktober 2007 abgeschlossen werden, um am 10. Oktober, dem letztmöglichen Publikationstag vor den Wahlen veröffentlicht werden zu können. Die Befragung fand im Schnitt 22 Tage vor dem Wahlsonntag statt.

Alle sechs relevanten Werte liegen dennoch im angegebenen Fehlerbereich. Die grössten Abweichungen haben nach vorläufigen Abklärungen eine gemeinsame Ursache; sie hängen mit der Schlussmobilisierung zusammen. Diese war zwar etwa wie erwartet hoch, doch setzte sie sich unterschiedliche zusammen: Die SVP mobilisierte viel besser Neuwählende, die SP einiges schlechter, als im letzten Wahlbarometer festgehalten.

Auch im Institutsvergleich lässt sich die Genauigkeit des Wahlbarometers ‘07 vergleichen. Die Abweichungen waren im Schnitt bei allen anderen Instituten grösser (Isopublic: 1,4 %), Demoscope (1,6 %), CBC (1,8 %). Auch im Vergleich zur Schätzung der Parteistärken aufgrund der Kantonsergebnisse ist unsere mittlere Abweichung geringer.

Genauere Aufschlüsse und erste Analysen wird die Wahltagsbefragung vom 21. Oktober 2007 geben, die heute, 22. Oktober 2007, 18 Uhr, veröffentlicht werden wird.

2 Responses to “Im Schnitt auf 1 Prozent genau”


  1. 1 Mark Balsiger

    Zur präzisen “Zwischenstandsmeldung” gratuliere ich! Gerade nach der teilweise polemischen Kritik von deutschen Kollegen wie von angsterfĂĽllten Parteipräsidenten muss das wie Balsam sein. Machen wir uns nichts vor: Die Demoskopie hat in der Schweiz immer noch einen harten Stand. Das ist eine Herausforderung. Dranbleiben.

    http://www.wahlkampfblog.ch

  1. 1 Wenn mans genau nimmt: Wahlbarometer mit Trendextrapolation noch genauer at

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