Die Grünliberalen waren die grosse Überraschung bei den letzten Zürcher Kantonsratswahlen. Als Abspaltung von den Grünen, mit Anlehnung an liberale Strömungen in anderen Parteien schwangen sie sich gleich auf Anhieb zum eigentlichen Wahlsieger im wählerInnen-stärksten Kanton aus.
Verschiedentlich waren die Grünliberalen Gegenstand von Abklärungen im Wahlbarometer. Die Befunde hierzu lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Erstens, die Grünliberalen haben in gesamtschweizerischen Befragungen ein WählerInnen-Potenzial von rund 2-3 Prozent. Dieses ist im Wahljahr gestiegen.
Zweitens, es kann bezweifelt werden, dass die Grünliberale Partei bei den Nationalratswahlen 2007 auf einen ebenso hohen WählerInnen-Anteil kommt. Das hat in erster Linie damit zu tun, dass rund ein 1 Prozent des Potenzials in Kantonen besteht, in denen die GLP gar nicht kandidiert.
Drittens, herkunftsmässig setzt sich das GLP-Potenzial aus Grünen, SozialdemokratInnen und Freisinnigen zusammen, sowie aus Neuwählenden, das heisst Personen, die vorher nicht wählten.
Viertens, politisch gesprochen rekrutieren die Grünliberalen ihre Wählenden aus dem Mitte/Links-Spektrum, verbunden mit einer klar postmaterialistischen Ausrichtung.
Fünftens, durch den Wechsel des bisherigen Nationalrat Martin Bäumle von den Grünen zu den Grünliberalen haben die Grünliberalen bereits einen Sitz. Möglich ist ein weiterer Sitz in Zürich, während ein solcher in St. Gallen wenig wahrscheinlich ist.
Eine der grösseren Unbekannten bei diesen Wahlen bleibt, was jene Menschen machen, die im Wahlbarometer eine Präferenz für die Grünliberalen geäussert haben, sie aber bei diesen Wahlen nicht einlösen können. Drei Hypothesen lassen sich aus dem Wahlbarometer ableiten:
Erstens: Sie wählen, und zwar die KandidatInnen, die öko-liberal ausgerichtet politisieren wollen, egal in welcher Partei sie sind.
Zweitens: Sie wählen, und zwar die Partei, die ihnen noch am nächsten steht. Das sind die Grünen, die SP und die FDP mit absteigender Wahrscheinlichkeit.
Drittens: Sie wählen diesmal nicht und warten, bis sie in ihrem Wahlkreis ein Parteienangebot im Grünliberalen Spektrum erhalten
0 Responses to “Die Grünliberalen bleiben eine Unbekannte bei den Wahlen”