Wahltagsbefragung 2007

Wie schon 1999 und 2003 wird das Forschungsinstitut gfs.bern auch dieses Jahr eine Wahltagsbefragung durchführen. Sie wird das aktive Wahlverhalten bei den Nationalratswahlen analysieren.

Die Wahltagsbefragung wird am Sonntag, 21. Oktober 2007 selber durchgeführt. Wir beginnen um 12 00 mittags mit der Schliessung der letzten Wahlurnen. Wir rechnen damit, dass der gfs-Befragungsdienst am Wahlsonntag abend um 21 00 die nötigen 1000 Interviews durchgeführt hat. Eine eigentlicher exit poll ist das nicht; in der Schweiz ist das wegen der verbreiteten Briefwahl gar nicht machbar.

Die Fragestellungen der Wahltagsbefragung des Forschungsinstituts gfs.bern sind:

. Wer wählte was? Wir wollen hier wissen, welche gesellschaftlichen Gruppen in welchem Masse welche Partei gewählt haben. Wir interessieren uns hier vor allem für Geschlecht, Alter, Schulbildung, Erwerbstätigkeit, berufliche Stellung, Einkommensverhältnisse, Konfessionszugehörigkeit und Kontext des Wohnortes.

. Welche Identifikation beistimmte den Parteientscheid? Wir fragen danach, welche Bedeutung Personen, Programme, Weltanschauungen, politischer Stil und Interessenvertretung bei der Wahlentscheidung gehabt haben.

. Wie wurde die Stimme abgegeben? Wir erkundigen uns hier, ob man brieflich oder an der Urne gewählt hat, und werten aus, welche Gruppen heute wie ihre Stimme einreichen.

. Wurde parteiübergreifend gewählt oder nicht? Wir erkundigen uns hier nach dem Panaschierverhalten auf Parteilisten einerseits, nach der Wahl mit einer Liste ohne Parteinamen anderseits. Wir wollen wissen, wie die Parteiaffinitäten aufgrund des Panaschierverhaltens sind.

. Wann hat man sich definitiv entschieden? Wir wollen so ermitteln, wie gross der Anteil derjenigen ist, der/die sich erst in der letzten, zweitletzten, und drittletzten Woche verbindlich festgelegt hat resp. deren Entscheidung unabhängig vom Wahlkampf feststand.

. Wie hat man 2003 gewählt? Wir möchten damit das Teilnahme- und Parteiverhalten im Vergleich auf individueller Basis analysieren können, um zu sehen, wer vom Wechselwählen profitieren resp. wer wie viele Neuwählenden für sich gewinnen konnte.

. Last but not least: Welche parteipolitische Zusammensetzung des Bundesrates wünscht man sich für die kommenden Legislatur? Wir wollen hier wissen, ob der Status Quo bevorzugt wird, oder ob man eine der diskutierten Alternativen (ohne SVP, ohne SP, mit Grün, mit 2 CVP) unterstützt.

Natürlich wird eine Frage im Vordergrund stehen: Wie haben die Ereignisse nach dem letzten Wahlbarometer die Wahlentscheidungen beeinflusst? Dieses wurde 1o Tage vor der Wahl veröffentlicht; die Interviews waren damals im Schnitt schon fast 10 Tage alt. Die Stichworte, die es hier zu überprüfen gilt, sind selbstredend die Krawalle von Bern beim SVP-Umzug, die internationale Reaktion dazu, die Schlussveranstaltungen der Parteien, ihre Mobilisierungsaufrufe, die Nutzung von Wahlhilfen wie smartvote und vieles andere mehr.

Die Wahltagsbefragung 2007 ist die logistisch, analytisch und kommunikativ anspruchsvollste Befragung, die wir durchführen. Sie schliesst unsere Befragungsreihe im Rahmen des Wahlbarometers ‘07 ab. Ueber sie berichten wir am Montag abend auf allen SRG-Kanälen ein erstes Mal in Kürze, am Freitag nach den Wahlen ausführlich.

1 Response to “Wahltagsbefragung 2007”


  1. 1 Raphael Weiss

    Liebes gfs.bern-Team

    Ich hätte da eine Idee, wie man noch eine “Wahlbefragung” anhängen könnte…

    Warum nicht einmal den smartvote.ch-Fragebogen zur Hand nehmen, 2000 Leuten diese Fragen stellen, deren sachpolitisches Profil evaluieren und dann auf der Titelseite mit dem Aufhänger “Wir wählten das falsche Parlament!” landen?

    Vielleicht wäre das auch der Beginn meiner “Antiwahlschlachtvision”: Es werden keine Wahlzettel mit Namen sondern Umfragezettel mit Antworten ausgefüllt:-)

    Eine Überlegung ist’s wert, oder?

    Liebe Grüsse und toitoitoi für den stressigsten aller gfs.bern-Sonntage!

    Raphi

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