Gastblog von Claude Longchamp für, 13. 8.2007 um 16:36
Ich bin ein dezidierter Befürworter der Demokratie. Und ich weiss, dass Demokratie davon lebt, dass alle Einheimischen und Heimisch gewordenen die gleichen Rechte haben, wählen zu dürfen und gewählt zu werden. Dennoch frage ich mich, ob wir den richtigen Mechanismen folgen, um unsere PolitikerInnen zu bestimmen.
Gewinnend sollen PolitikerInnen sein; das weiss man. Den ohne Sympathie läuft nicht viel. Der richtigen Partei sollten sie aber auch angehören, und sie sollten diese zuverlässig repräsentieren, führt man ebenso an. Da ergibt es sich fast von selber, dass die Interessenbindungen, die sie vertreten wollen, den eigenen entsprechen müssen. Schliesslich sollten sie in der Gemeinde oder Regionen politische Erfolge aufweisen können. Darüber hinaus sollte sie nicht zu jung (weil unerfahren), aber auch nicht zu alt (weil nicht mehr belastbar) sein, und je nachdem, für wenn sie kandidieren, ist es von Vorteil, ein Mann oder eine Frau zu sein.
Mein Einwand ist: Nicht die Projektion auf ein Du, das mir ähnlich ist, sollte entscheiden, sondern die Kompetenz. Seit einiger Zeit trage ich mich mit der Absicht, eine Bewertungshilfe für die Auswahl von PolitikerInnen zu entwickeln.
Ich weiss, sie sind umstritten, seit es sie gibt, die IQ-Messungen. Deshalb möchte ich gar keinen Test einführen, um sagen zu können: die kann, der nicht! Das ist mir zu nahe am der formalen Bildung. Deren Bedeutung bei der Selektion von PolitikerInnen will ich nicht noch verstärken. Vielmehr schwebt mir ein Raster wie bei der emotionalen Intelligenz vor, das helfen würde PolitikerInnen zubeurteilen, wie sie mit den eigenen Kompetenzen und mit denen anderer umgehen können.
Entsprechend riskiere ich hier mal folgenden Vorschlag, was politische Intelligenz ausmachen könnte:
. einen eigenen Standpunkt begründet formulieren zu können;
. befähigt zu sein, hier die nötige Unterstützung zu suchen und zu finden;
. die Bereitschaft zu haben, sich in die Lage anderer Politiker, die gleiches unter anderen Bedingungen gewollt haben, hineinzuversetzen;
. kompetent zu sein, Gemeinsamkeiten zwischen den Forderungen der eigenen Partei und anderer zu identifizieren, um in Sachfragen Verbindungen eingehen zu können;
. über genügend Sachverstand zu verfügen, in ausgewählten Themen sich mit Experten austauschen zu können, um eigene und fremde Argumente evaluieren zu können;
. die Fähigkeit zu haben, Entscheidungen zu fällen, dazu zustehen und sie mit Respekt vor dem Ergebnis vermitteln zu können;
. das Geschick zu entwickeln, bei Niederlagen nicht gleich nochmals das Verworfene zu fordern, sondern nach den Verbesserung zu schauen, die sich einstellen;
. über die Gnade zu verfügen, bei politischen Siegen nicht überheblich zu werden und den Respekt vor anderen nicht zu verlieren.
So, jetzt bin ich gespannt, was Sie hierzu meinen!
Mir ist es ernst, mit dem Vorgehen. 2007 werde ich zwar kein Forschungsprojekt dazu machen und auch keinen Test für PolitikerInnen auflegen. Aber ich werde die Medien danach absuchen, was sie mir hierzu berichten.
Und Sie, was machen Sie?
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